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Kommentar zur Landtagswahl in SH : Kein Erdrutsch, aber ein Ruck: Was das Ergebnis von SH bedeutet

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Chefredakteur Stefan Hans Kläsener schreibt: „Die Kieler Merkwürdigkeiten nach den Wahlergebnissen nehmen kuriose Formen an.“

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2017 | 22:13 Uhr

Es ist nicht ohne Komik, wenn die bundesweite Öffentlichkeit an die Kieler Förde kommt und sich wundert, was die Norddeutschen so treiben. Dann stellen sie fest, dass es hier Dänen und dass es hier Friesen gibt. Und dass Regierungskoalitionen schwierig sind, weil immer alles auf Kante genäht ist und man nie weiß, wie man am Ende wieder aufs Festland kommt. Mehr als tausend Journalisten und Techniker werden morgen aufbrechen und gen Nordrhein-Westfalen weiterreisen, wo sie sich komplett andere Überschriften überlegen müssen, denn nun lautet die Frage: Verliert die SPD auch noch ein weiteres Land? Das Land, in dem in der Regel die neuen Bundesregierungen ausgelost werden?

Die Kieler Merkwürdigkeiten nach den Wahlergebnissen nehmen kuriose Formen an. Der Ministerpräsident steht weiter zur Verfügung, gratuliert aber seinen Bezwingern. Die FDP kann vor Kraft nicht laufen, lässt aber ihren Spitzenkandidaten im Herbst weiterreisen in den Bundestag. Die AfD hat es knapp geschafft, in den Landtag zu kommen, feiert diese Zitterpartie aber als Serienerfolg. Insgesamt: Kein Erdrutsch und kein Rechtsruck, nur ein Ruck.

Aus etwas entfernterer Perspektive lässt sich sagen: Personen zählen in der Politik. Daniel Günther hat aus einer hoffnungslosen Ausgangsposition das Beste gemacht und wird heute von der Parteichefin schwer umarmt werden. Denn die hat wiederum Günther zu verdanken, dass die CDU endlich wieder einmal ein Land zurückerobert hat.

Peter Harry Carstensen hat Merkel einmal das Amt gesichert, als er die Landtagswahl gewann und die noch wackelige Bundesvorsitzende sich gegen ihre innerparteilichen Widersacher durchsetzen konnte mit einem Wahlerfolg in Schleswig-Holstein. So etwas Ähnliches gelang am Sonntagabend Daniel Günther.

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