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Landtagswahl 2017 in SH : Ergebnisse aus der Nachbarschaft: shz.de hat die größte Wahldatenbank

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Wer hat wie gewählt? shz.de sammelt die Ergebnisse aus ganz Schleswig-Holstein – von Wahllokal-, über Wahlkreis- bis zum Landesergebnis.

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erstellt am 05.Mai.2017 | 12:22 Uhr

Kiel | Wer gewinnt die Landtagswahl in Schleswig-Holstein? Den Umfragen zufolge erwartet Schleswig-Holstein ein knappes Rennen. Umso interessanter wird es, wie sich das Gesamtergebnis zusammensetzt. Wie haben Ihre Nachbarn abgestimmt? Wie ist die Wahl im Wohnort Ihrer Verwandten ausgegangen? Haben die Einwohner Ihres Arbeitsortes eine andere politische Meinung als Sie? Da die Wahlergebnisse in Schleswig-Holstein nicht zentral vom Land veröffentlicht werden, bietet shz.de am Wahlabend die größte Wahldatenbank des Landes.

Auf www.shz.de/landtagswahl finden Sie ab kurz nach 18 Uhr erste Ergebnisse.

Während es in Hamburg oder Mecklenburg-Vorpommern bereits üblich ist, am Wahlabend alle Ergebnisse der Wahl auf einer gemeinsamen Internetseite zu veröffentlichen, ist das in Schleswig-Holstein noch Zukunftsmusik. Der verantwortliche Landeswahlleiter Tilo von Riegen und seine Mitarbeiter sehen es nicht als ihre Aufgabe, die Wähler darüber zu informieren, wie in einzelnen Wahlbezirken gewählt wurde. „Wir sind gehalten, ein Landesergebnis zu ermitteln. Alles andere muss da zurückstehen“, erklärt Claus-Peter Steinweg, Leiter der Geschäftstelle des Landeswahlleiters. Stattdessen bleibt es jedem Wahlvorsteher und Kreiswahlleiter überlassen, wie Wahlergebnisse veröffentlicht werden. Viele Gemeinden präsentieren die Daten auf ihren eigenen Webseiten. Es reicht theoretisch aber auch ein gedruckter Aushang.

Ergebnisse werden per Telefon weitergegeben

Um eine zentrale Veröffentlichung der Wahlergebnisse zu realisieren, müsste sich in Schleswig-Holstein noch einiges ändern. Denn es fehlt die technische Infrastruktur, um bei der Übertragung der Wahlergebnisse via Internet die Datensicherheit zu gewährleisten. Stattdessen werden in Schleswig-Holstein Wahlergebnisse immer noch von der Wahllokalebene bis zum Landeswahlleiter per Telefon durchgegeben. „Der telefonische Weg ist der sichere Weg, der wird so leicht nicht gehackt“, meint Claus-Peter Steinweg.

Das ist allerdings nicht die einzige Hürde für eine zentrale Veröffentlichung. Bei der telefonischen Weitergabe werden die Ergebnisse aufsummiert. Das bedeutet: Ergebnisse aus Wahlbezirken (andere Bezeichnung für Wahllokale) werden an die Gemeindewahlbehörde gemeldet. Bei der Weitergabe an den Kreiswahlleiter wird nur ein Gemeindeergebnis genannt. Einzelergebnisse der Wahlbezirke gehen verloren. Gleiches Prozedere auf der nächsthöheren Ebene: Der Kreiswahlleiter gibt nur ein Ergebnis für den Wahlkreis an den Landeswahlleiter weiter. Der Landeswahlleiter kennt demnach nicht mehr die Ergebnisse der einzelnen Gemeinden.

Im Detail: Landeswahlordnung regelt den Kommunikationsweg

Die Landeswahlordnung regelt, wie Wahlen in Schleswig-Holstein abgehalten werden (hier in voller Länge zu finden). In §58 ist festgelegt, wie Wahlergebnisse an den Landeswahlleiter weitergegeben werden.

Dort heißt es:

(1) Sobald das Wahlergebnis im Wahlbezirk festgestellt ist, meldet die Wahlvorsteherin oder der Wahlvorsteher dieses der Kreiswahlleiterin oder dem Kreiswahlleiter. Ist die Gemeinde in mehrere Wahlbezirke eingeteilt, meldet die Wahlvorsteherin oder der Wahlvorsteher das Wahlergebnis ihres oder seines Wahlbezirks der Gemeindewahlbehörde, die die Wahlergebnisse aller Wahlbezirke der Gemeinde zusammenfasst und der Kreiswahlleiterin oder dem Kreiswahlleiter meldet.

(2) Die Meldungen werden auf schnellstem Wege erstattet [Anmerkung der Redaktion: Damit ist ein Telefon oder Telefax gemeint].

[...]

(4) Die Kreiswahlleiterin oder der Kreiswahlleiter ermittelt aufgrund der Schnellmeldungen [...] das vorläufige Wahlergebnis im Wahlkreis. Sie oder er teilt dieses auf schnellstem Wege der Landeswahlleiterin oder dem Landeswahlleiter mit; dabei gibt sie oder er an, welche Bewerberin oder welcher Bewerber als gewählt gelten kann.

(5) Die Landeswahlleiterin oder der Landeswahlleiter ermittelt nach den Schnellmeldungen der Kreiswahlleiterinnen und Kreiswahlleiter das vorläufige Wahlergebnis im Land.

 
Für die Schnellmeldungen gibt es einheitliche Formulare.
Für die Schnellmeldungen gibt es einheitliche Formulare. Foto: Screnshot: www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de

Um dennoch mehr als das Gesamtergebnis und die Ergebnisse der Wahlkreise veröffentlichen zu können, gibt es eine Zwischenlösung: In Zusammenarbeit mit dem Statistikamt Nord veröffentlicht der Landeswahlleiter 57 ausgewählte Gemeinden (mit mehr als 10.000 Einwohnern, Ausnahme: die Hallig Gröde) auf www.landtagswahl-sh.de.

shz.de nutzt sein landesweites Netzwerk

„Diese Auswahl an Ergebnissen halten wir nicht für ausreichend“, sagt Joachim Dreykluft, Chefredakteur von shz.de. „Wir glauben, dass die Schleswig-Holsteiner direkt am Wahlabend vergleichen wollen, wie auch kleinere Orte gewählt haben.“ Mit den 22 Lokalredaktionen habe man ein hervorragendes Netzwerk im Land. Die Journalisten werden daher vom Hamburger Umland bis nach Flensburg und Nordfriesland schnellstmöglich die Ergebnisse zusammentragen. „Das ist zwar eigentlich nicht unsere Aufgabe, wir halten es aber für wichtig, da das Land erst am 18. Mai – also elf Tage nach der Wahl – ein Ergebnis bis auf Wahllokalebene veröffentlicht“, erklärt Dreykluft.

Die Landeswahlleitung hat den Wunsch nach lokaleren Wahlergebnissen aufgenommen. „Wir können uns vorstellen, dass bis zur Kommunalwahl 2018 das Ganze weitergetragen wird“, sagt Steinweg.

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