Landtagswahl 2017 in SH : CDU und SPD kämpfen erbittert um Wahlkreise

<p>Die Wahlkreisprognose berücksichtigt aktuelle Umfragen, langfristige Wählerpotenziale, sowie das voraussichtliche Stimmen-Splitting und liefert so eine Vorhersage der Erststimmen-Anteile für alle 35 Landtagswahlkreise.</p>
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Die Wahlkreisprognose berücksichtigt aktuelle Umfragen, langfristige Wählerpotenziale, sowie das voraussichtliche Stimmen-Splitting und liefert so eine Vorhersage der Erststimmen-Anteile für alle 35 Landtagswahlkreise.

„Rote Städte“, „schwarzes Land“ - so sieht die politische Landkarte im Norden aus. Bleibt das auch nach dem 7. Mai so?

shz.de von
27. März 2017, 18:15 Uhr

Wer zieht in den nächsten Kieler Landtag ein? Keine Sozialdemokraten von der Westküste und keine Christdemokraten aus Kiel und Lübeck - das zeichnet sich auch für die nächste Legislaturperiode ab.

In Nordfriesland und Dithmarschen können die SPD-Kandidaten wahrscheinlich auch am 7. Mai keine Wahlkreise gewinnen. Da keiner von ihnen einen aussichtsreichen Listenplatz hat, entfällt auch dieser Weg. Die CDU wiederum erscheint in Kiel und Lübeck chancenlos. Auf ihrer Liste stehen die Neulinge Tobias Loose (Kiel) und Anette Röttger (Lübeck) zwar mit den Plätzen acht und neun relativ weit oben. Wenn sie aber über die Liste ins Parlament kämen, hieße das auch, dass die CDU sensationell viele Wahlkreise verloren und damit die Wahl mächtig vergeigt hätte.2012 waren alle 22 CDU-Abgeordneten als Wahlkreissieger in den Landtag eingezogen, keiner über die Liste. Die SPD gewann 13 Direktmandate, 9 Genossen kamen über die Landesliste ins Parlament.

Stegner will keinen Wahlkreis verloren geben

Für diese Wahl hat SPD-Landeschef Ralf Stegner klar die Losung ausgegeben, keinen Wahlkreis verloren zu geben. In einem halben Dutzend Wahlkreisen bahnen sich besonders harte Duelle an, das vielleicht spektakulärste in Eckernförde. CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther hat in seiner Heimatstadt mit SPD-Fraktionsvize Serpil Midyatli eine ernstzunehmende Konkurrentin. 2012 lag Günther in seinem Heimspiel nur recht knapp mit 35,7 zu 33,3 Prozent vorn. Sollte er diesmal unterliegen, könnte er sogar einen Platz im Landtag verpassen, wenn seine Partei insgesamt wieder ähnlich abschneidet wie 2012.

Das Internet-Portal election.de, das Umfragen und längerfristige Wählerpotenziale berücksichtigt, sah (Stand 7. März) bisher bei den Wahlkreisen die CDU vorn. Für sie seien demnach ein Wahlkreis sicher, neun wahrscheinlich; in elf habe sie einen Vorsprung. Für die SPD seien fünf sicher, zwei wahrscheinlich, in sieben liege sie vorn. Allerdings gab es mittlerweile am 16. März eine Umfrage, nach der die SPD insgesamt bei den Zweitstimmen einen deutlichen Vorsprung vor der CDU hätte.

CDU kalkuliert 22 Direktmandate ein

Die CDU kalkuliert dennoch damit, dass sie ihre derzeit 22 Direktmandate auf jeden Fall verteidigen kann. Auch 2012 knapp verlorene Wahlkreise wie im Kreis Plön, Neumünster, Pinneberg und im Lauenburgischen könnten zurückgeholt werden, hoffen die Christdemokraten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Die SPD rechnet sich dagegen die Chance aus, deutlich mehr Wahlkreise zu gewinnen als die 13 von 2012. Am Abend des 7. Mai wird feststehen, wer besser kalkuliert hat.

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