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Rendsburg : Landrat Schwemer: „Zu wenig Planer für Kanaltunnel“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Landrat Rolf-Oliver Schwemer schließt Fertigstellungstermin in 2018 nicht aus. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dementiert diese Aussage.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 12:15 Uhr

Rendsburg | Durch den Einsatz von mehr Ingenieuren und Planern könnte die Sanierung des Kanaltunnels deutlich beschleunigt werden. Dieses Fazit zog Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer am Donnerstag aus einem Gespräch im Kreishaus mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) . „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die WSV für dieses Projekt personell hoffnungslos unterbesetzt ist“, sagte Schwemer gegenüber der Landeszeitung. Sollte sich dies nicht ändern, könnte sich die Fertigstellung der Tunnelsanierung weiter verzögern. In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass die Bauarbeiten erst im Jahr 2017 abgeschlossen werden können. Der Landrat hält auch einen Termin im Jahr 2018 für möglich. Das allerdings wurde gestern Abend von WSV-Projektleiter Sönke Meesenburg dementiert.

Landrat Schwemer machte deutlich, dass der Personalmangel in der WSV die Bauarbeiten offenbar immer wieder ins Stocken bringe. „Jede Umplanung erfordert auch Nachträge und Verhandlungen mit der Baufirma“, so Schwemer. So lange keine klaren Arbeitsaufträge vorlägen, könne die Baufirma nicht zügig arbeiten. Das wiederum erschwere es, einen Zwei-Schicht-Betrieb umzusetzen, wie er in den Verträgen bereits festgeschrieben sei.

Unterdessen wird die Kritik an der bauausführenden Firma Züblin immer lauter. Nach Informationen der Landeszeitung hat die WSV das Unternehmen „an seine Verantwortung gegenüber dem Verkehr erinnert“. Eingeweihte Kreise haben den Eindruck gewonnen, dass die Arbeiter bei neuen Problemen rasch die Arbeit einstellten, statt sich rasch mit den Projektplanern um eine Lösung zu bemühen. Das wiederum ist für Landrat Schwemer ein Indiz dafür, dass man bei Vorhaben wie der Kanaltunnel-Sanierung besser auf mittelständische Firmen setzen sollte, die vor Ort ihren Sitz haben. Schwemer: „Die haben unter Umständen ein größeres Interesse daran, das Projekt vernünftig hinzubekommen.“

Führende Politiker des Kreistages wollen noch im Oktober in Berlin mit Vertretern des Bundesverkehrsministeriums zusammentreffen, um die Situation zu erörtern. CDU und SPD ziehen an einem Strang. Insbesondere erhoffen sie sich eine klare Aussage zum Fertigstellungstermin der Tunnel-Sanierung. CDU-Kreisfraktionschef Manfred Christiansen: „Die derzeitige Situation ist für die Bevölkerung und die Wirtschaft nicht länger hinnehmbar. Wir wollen Perspektiven. Mit vagen Aussagen geben wir uns nicht zufrieden.“

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