Rendsburger Bürgermeister : Landestheater: Gilgenast neuer Aufsichtsratsvorsitzender

Bürgermeister Pierre Gilgenast  ist Aufsichtsratsmitglied der Landestheater GmbH.  Der 48-Jährige sieht keine Chance, den finanziellen Zuschuss  Rendsburgs zu den Kosten des Theaters zu erhöhen.  An Einsparungen führt aus seiner Sicht daher kein Weg vorbei.
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Mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt: Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast.

Der Schleswiger Bürgermeister Arthur Christiansen hatte keine Chance gegen seinen Amtskollegen aus Rendsburg.

shz.de von
20. Juni 2014, 20:54 Uhr

Heide | Der zwölfköpfige Aufsichtsrat der Landestheater GmbH hat am Freitag mit großer Mehrheit wie erwartet den Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast zum Vorsitzenden gewählt. „Ein tolles Ergebnis“, sagte Gilgenast anschließend. Der Schleswiger Bürgermeister Arthur Christiansen hatte keine Chance. Dies hat aus Sicht von Gilgenast auch mit der Situation in Schleswig zu tun, die die ganze Krise des Landestheaters erst ausgelöst hatte. Rendsburg dagegen sei ein stabiler Standort mit guten Zuschauerzahlen.

Auch der Itzehoer Bürgermeister Andreas Koeppen war als Aufsichtsratsvorsitzender im Gespräch, hatte seine Kandidatur aber zurückgezogen. Itzehoe möchte aber nach wie vor Sitzstadt werden, als Alternative zu Schleswig. Noch sei aber keine Entscheidung getroffen, sagte Generalintendant Peter Grisebach. Notwendig geworden war die Wahl durch den Rücktritt von Jörn Klimant. Als bedauerlich, aber als heilsame Wirkung für die Zerrissenheit des Aufsichtsrats bezeichnete Grisebach den Rücktritt von Klimant: „Wir müssen für und nicht gegeneinander arbeiten.“

Als konstruktiv bezeichnete der Generalintendant die Stimmung während der Gesellschafterversammlung, die einstimmig einen Auftrag für ein externes Gutachten mit einem Kostenvolumen von maximal 95.000 Euro beschlossen hatte und außerdem eine Strategie-Gruppe auf den Weg brachte, die sich mit der Zukunft des Landestheaters beschäftigen soll. Zudem wurde Grisebach beauftragt, mit dem kommissarischen Generalmusikdirektor Peter Sommerer einen Fünfjahresvertrag abzuschließen. Für Grisebach ein „ermutigendes Signal“, dass es für das Landestheater eine Zukunft gibt, die über 2017 hinausgeht.

An den Plänen in Schleswig ließ Grisebach kein gutes Haar. Die Idee der Stadt, ein neues Theater mit Unterstützung eines privaten Investors zu bauen, hält er für unrealistisch. Sein Fazit: „So wird das nie etwas.“ Dass 90 Arbeitsplätze des Theaters von den Kommunalpolitikern mit ihren Entscheidungen aufs Spiel gesetzt würden, bezeichnete er als unverantwortlich.

Der Gutachter soll Alternativen abwägen und Wege zu Kosteneinsparungen aufzeigen, um die Landestheater GmbH zukunftsfähig zu machen. Ende der Spielzeit wird das Landestheater ein Defizit von 320.000 Euro geschrieben haben. Im kommenden Jahr sind es laut Grisebach  voraussichtlich 860.000 Euro.

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