30.000 Euro für Wayne Carpendale? : "Landarzt" will nur abkassieren

30.000 Euro für Wayne Carpendale? Für  die  Schlei-Region will 'Landarzt'-Hauptdarsteller   Wayne Carpendale  nur gegen  Honorar  werben.  Foto: shz
30.000 Euro für Wayne Carpendale? Für die Schlei-Region will "Landarzt"-Hauptdarsteller Wayne Carpendale nur gegen Honorar werben. Foto: shz

"Der Landarzt" ist auch deshalb ein Erfolg, weil die Schlei und Kappeln die perfekte Kulisse bilden. Doch für die Region werben will Hauptdarsteller Wayne Carpendale nur gegen Honorar.

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14. Februar 2011, 12:40 Uhr

KAPPELN/SCHLESWIG | Der "Landarzt" und die Schleiregion - seit 25 Jahren gehören sie zusammen. Im fiktiven "Deekelsen" verdichtet die am längsten laufende Vorabendserie des ZDF die schönsten Ecken der Gegend zwischen Kappeln und Schleswig zu einer paradiesischen Idylle. Umso größer ist die Enttäuschung darüber, was nun herauskam: Der mit großen Hoffnungen begrüßte "Landarzt"-Darsteller Wayne Carpendale steht als touristischer Sympathieträger für den Nordosten Schleswig-Holsteins nur gegen ein dickes Honorar zur Verfügung.
30.000 Euro habe das Carpendale-Management dafür verlangt, dass die Tourismusgesellschaft Ostseefjord-Schlei-GmbH (OFS) im Zusammenhang mit der Serie ein Bild von ihm ein Jahr lang auf einem Flyer und ihrer Online-Seite verwenden darf - so die enttäuschte OFS-Geschäftsführerin Anke Lüneburg. Und das, obwohl das Foto bei einem Pressetermin entstanden sei "und unsere Landarzt-Kampagne doch auch kostenlose Werbung für die Serie ist". Lüneburg sah deshalb nicht ein, warum sie den Betrag zahlen sollte - und stampfte auf Drängen des Managements schweren Herzens 5000 bereits mit einem Wayne-Bild bestückte Broschüren ein.
Marktübliches Honorar
Anika Hartmann von Carpendales Agentur Actors Connection aus Lütjensee sagt: "Ein Schauspieler wandelt auf einem schmalen Grat, wenn er seinen Namen für etwas hergibt, das an den Bereich Werbung grenzt." Aber warum ist es offenbar gegen 30.000 Euro doch okay? Hartmann: Bei der verlangten Summe habe man sich "am Gespür für marktübliche Preise" orientiert. "Wir verkaufen keine Kaffeemaschinen oder Trinkbecher mit seinem Konterfei, unser Regions-Marketing ist von einer kommerziellen Ware völlig losgelöst", hält Lüneburg den Bedenken vor Produktwerbung entgegen.
Ein neuer Anlauf der Schleswiger Touristikerin, das ZDF für gemeinsame Veranstaltungen zum diesjährigen Silber-Jubiläum zu gewinnen, stieß ebenso wenig auf Gegenliebe. Für ein Fest Ende April/Anfang Mai und eine Podiumsdiskussion plus Autogrammstunde zu den Kappelner Hafentagen im August hatte sie sich eine Zusammenarbeit mit Carpendale und dem ZDF gewünscht. Das Fernseh-Team befindet sich im Sommer ohnehin zum Dreh an der Schlei. Doch trotz persönlicher Verhandlungen mit vier Abteilungen des Mainzer Senders gab es eine Absage. ZDF-Pressesprecher Rainer Stumpf: "Ein für das ganze Bundesgebiet zuständiger Sender möchte einzelne Regionen mit begleitenden Aktivitäten nicht zu stark herausstellen."

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