Unwetter in SH : Land unter nach heftigen Gewittern

Ein heftiges Gewitter hat am Dienstagabend die Feuerwehr auf Trab gehalten. Zahlreiche Straßen in Schleswig-Holstein waren überflutet.
Ein heftiges Gewitter hat am Dienstagabend die Feuerwehr auf Trab gehalten. Zahlreiche Straßen in Schleswig-Holstein waren überflutet.

Starke Regenfälle und Blitzeinschläge trübten am Dienstagabend die WM-Stimmung. Zahlreiche Straßen in Schleswig-Holstein standen unter Wasser, die Feuerwehr war vielerorts im Dauereinsatz. Unser Video zeigt den Kampf gegen das Wasser.

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09. Juli 2014, 08:33 Uhr

Bargteheide / Schönberg / Bad Oldesloe | Es war die 26. Spielminute, Toni Kroos hatte gerade das 4:0 für die Deutsche Nationalmannschaft gemacht, als das Fußballmärchen für zahlreiche freiwillige Helfer von Feuerwehr und THW abrupt endete. Die Melder piepten und die Sirenen heulten los. Heftiger Starkregen ergoss sich bei einem Gewitter über den Süden Schleswig-Holstein. Innerhalb kürzester Zeit liefen die Straßen voll, weil die Kanalisationen die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten.

Besonders stark betroffen waren Bargteheide, der Raum Bad Oldesloe und Schönberg im Herzogtum Lauenburg, wo das Wasser den Feuerwehrleuten bis zum Knie reichte und durch das Dorf gerauscht ist. Machtlos mussten Anwohner mit ansehen, wie Keller und Garagen vollliefen und ihr Hab und Gut durch das Wasser zerstört wurde: „Bei mir steht das Wasser zwei Meter bis zur Kellerdecke“, sagte Anwohnerin Heidi Ehlers mit besorgtem Blick auf die Garage, in der auch das Auto in der braunen Brühe stand.

In der Hoisdorfer Landstraße in Großhansdorf (Kreis Stormarn) konnten die Siele die Wassermassen nicht mehr fassen, der Teich lief voll und die Gullys drückten hoch. Auf einer Länge von mehreren hundert Metern wurde die Straße komplett überflutet.

„Das Wasser kam in einer Höhe von 50 bis 80 Zentimeter Höhe über die Strasse geschossen, überflutete die Grundstücke und lief in die Keller hinein“, sagte Michael Ehlers, Einsatzleiter der Feuerwehr. Mit Hochleistungspumpen versuchten insgesamt über 120 Helfer von THW und Feuerwehr der Wassermassen in Schönberg Herr zu werden. Bis in den frühen Mittwochmorgen hinein liefen die Pumpen fast pausenlos. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.

Auch In Husum (Kreis Nordfriesland) und Umgebung mussten die Einsatzkräfte unzählige vollgelaufene Keller auspumpen, sagte ein Sprecher der Leitstelle in Harrislee. Auch auf vielen Straßen stand in der Nacht das Wasser.

In Kellinghusen (Kreis Steinburg) und Hennstedt (Kreis Dithmarschen) schlug der Blitz in Wohnhäuser ein. Verletzt wurde niemand, jedoch kam es zu erheblichen Schäden an einigen der Häuser. Später zog die Unwetterfront über Sylt ab. In Hamburg hatte der Deutsche Wetterdienst schon am Nachmittag vor starkem Gewitter gewarnt. Die Rettungsleitstelle war mit einem zusätzlichen Mitarbeiter besetzt. 40 Mal musste die Feuerwehr in der Hansestadt ausrücken.

In Bad Segeberg schlug ein „kalter Blitz“ bei einem Gewitter am Dienstagabend in ein Mehrfamilienhaus ein. Er verursachte hohen Sachschaden, jedoch keinen Brand, wie der Kreisfeuerwehrverband am Mittwoch mitteilte. Der Blitz zerstörte den Schornstein, bahnte sich seinen Weg durch den Dachboden und durchschlug die Holzdecke zu einer Wohnung im 2. Obergeschoss. Die Mieterin blieb unverletzt. Zur Schadenshöhe gab es zunächst keine Erkenntnisse. Ein „kalter Blitz“ ist ein besonders kurzer Blitz von nur wenigen tausendstel Sekunden Dauer: Trotz Temperaturen von mehreren Tausend Grad reicht diese Zeit nicht, um das Material genügend zu erhitzen und zu entzünden.

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