Neuer Bildungsbonus : Land hilft Brennpunkt-Schulen in SH mit Millionen-Zuschuss

Die Schulen erhalten über einen Zeitraum bis 2024 rund 11 Millionen Euro. Insgesamt sind 41 Schulen in dem Programm.

Margret Kiosz von
05. März 2020, 20:36 Uhr

Kiel | Weitere 21 allgemeinbildende Schulen werden ab dem Schuljahr 2020/21 mit einem Bildungsbonus unterstützt. „Damit nehmen insgesamt 41 allgemeinbildende Schulen an dem Programm teil“, teilte das Kieler Bildungsministerium am Donnerstag mit. Darunter sind Schulen in:

  • Lübeck (5)
  • Kiel (1)
  • Neumünster (2)
  • Flensburg (1)
  • Kreis Pinneberg (3)
  • Kreis Stormarn (1)
  • Kreis Schleswig-Flensburg (3)
  • Kreis Herzogtum Lauenburg (1)
  • Kreis Dithmarschen (1)
  • Kreis Rendsburg-Eckernförde (3)

„Es ist richtig, Schulen in einem sozial belasteten Umfeld besonders zu fördern. Das ist keine Stigmatisierung, sondern gibt den Schulen im Gegenteil die Wertschätzung, die sie für ihre oftmals schwierige Arbeit verdienen“, sagte Bildungsministerin Karin Prien. „Wir zeigen den Kindern und Jugendlichen damit, dass wir ihnen eine Perspektive auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben geben.“

Lesen Sie hier unser umfangreiches Dossier zum Thema Brennpunkt-Schulen in SH

Die neuen 21 Schulen erhalten über einen Zeitraum bis 2024 rund 11 Millionen Euro. Die Landesregierung stellt für das Programm bis 2024 rund 50,3 Millionen Euro für 60 Schulen zur Verfügung.

Die Schulen werden nach zwei Kriterien ausgewählt: einem Index, der bei Grundschulen den Anteil der Schüler mit Deutsch als Zweitsprache, den Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die VERA-Ergebnisse in Mathematik und Deutsch sowie den Anteil der Klassenwiederholungen berücksichtigt. Bei den Gemeinschaftsschulen spielt zudem der Anteil der Jugendlichen ohne Abschluss eine Rolle. Für die zweite Vergaberunde wurden auch Ergebnisse von Elternbefragungen einbezogen.

Die Lehrergewerkschaft GEW forderte am Donnerstag erneut einen „schulscharfen Sozialindex“. Das bedeutet, dass für jede Schule ein Sozialindex berechnet wird und dann entsprechend Personal und Mittel zugewiesen werden. „Nötig wäre eine Erfassung sämtlicher soziodemografischer Merkmale“, sagte GEW-Landesvize Katja Coordes. „Sonst bleibt das Programm auf halber Strecke stecken.“

Laut Ministerium profitieren bereits seit einem Jahr 20 Schulen von den zusätzlichen Mitteln, um Lehrkräfte zu entlasten und ihnen mehr Zeit für pädagogische Arbeit zu ermöglichen. Geplant ist noch eine dritte Staffel, die ab dem Schuljahr 2021/22 in die Förderung kommt. Generell können die Perspektivschulen die Mittel für neue Projekte, Kooperationen und Personal sowie für bereits laufende Aktivitäten der Schulen verwenden.

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