zur Navigation springen

Kommentar zum SHMF : Zurück in die Region

vom

Frischer Wind für das Schleswig-Holstein Musik Festival: Mehr Konzerte, mehr Spielorte und ein größerer regionaler Fokus sind ein guter Anfang, findet Redaktionsmitglied Martin Schulte.

Der Auftakt ist gelungen. Der neue Intendant Christian Kuhnt hat mit der Präsentation des SHMF-Programms in der eher rustikalen Umgebung der Neumünsteraner Holstenhallen zwei Botschaften verkündet: Das Festival soll wieder bodenständiger werden und es funktioniert an jedem Ort.

Ein Intendantenwechsel ist immer eine gute Zeit, um Dinge zu verändern. Unter Rolf Beck hatte der Länderschwerpunkt das Programm dominiert, es wäre ein großer Fehler gewesen, hätte sein Nachfolger diesen roten Faden einfach übernommen.

Kuhnt hat sich für das Gegenteil entschieden, er hat so viel verändert, dass es gestern einige Zeit brauchte, all die neuen Konzepte und Ideen zu erläutern. Geblieben ist dabei als Konstante vor allem eines – das SHMF holt Musiker von Weltrang ins Land. Dass diese dann auch den Namen Elton John tragen dürfen, daran muss sich ein Teil des traditionellen Publikums bestimmt noch gewöhnen; auch wenn der Kern des Festivals – das breite klassische Repertoire – geblieben ist.

Eine positive Überraschung ist, wie viele hochklassige Künstler mit schleswig-holsteinischen Wurzeln der neue Intendant für sein Programm gewinnen konnte. Erfreulich ist außerdem die gestiegene Zahl der Konzerte und Spielorte. So regional war das Festival, auch wegen Mendelssohn, wohl noch nie. Dieser regionale Fokus ist ein guter Anfang, auch wenn er gewiss nicht über mehrere Jahre tragen kann.

Was dann kommt, ist eine Frage, die Kuhnt noch nicht beantworten will – und kann. Aber von dieser Antwort wird eine Menge abhängen. Quantitativ und inhaltlich hat der neue Intendant einen großen Sprung gewagt. Bleibt zu hoffen, dass er die Qualität auch nach dem Schleswig-Holstein-Schwerpunkt halten kann.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 09:23 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen