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Wirbelwind Zaz bringt Stimmungshoch nach Hamburg

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Ach, ist die niedlich! Bei ihrem ausverkauften Konzert im Hamburger Stadtpark hat die zierliche Isabelle Geffroy alias Zaz ihre Haare locker geflochten, sie trägt bunte Hot Pants, strahlt wie eine Sonne. Wenn sie ein paar Worte auf Deutsch spricht, verzaubert sie ihre Zuhörer mit ihrem drolligen französischen Akzent. Wie ein Wirbelwind fegt die 33-Jährige am Freitag über die Bühne, sie beschwört bei Sonnenuntergang ein bisschen Montmartre-Flair herauf.

Oh là là, was für eine Powerfrau. Vergnügt stimmt die quirlige Sängerin ihren Hit "Je veux" an, den die Fans so euphorisch wie die beste Freundin begrüßen. Da sitzt auch bei der jubelnden Menge jede Textzeile. Bei "Comme ci comme ca" vom aktuellen Album "Recto verso" ergeht sich die Band ganz selbstverständlich in verspielten Rhythmen, darüber legt sich Zaz ausdrucksstarker Gesang. Die Meute nimmt das damit einhergehende Stimmungshoch dankbar an und wippt im Takt mit. Um "Jai tant escamote" spinnt die Drehorgel melancholische Töne. Man hört in ihnen geradezu das Schluchzen der Gescheiterten.

Von dort führt Zaz sicher zur guten Laune zurück. Ihre Songs klingen nach Sommer, nach einem Abend an der Seine, nach der fabelhaften Welt der Amélie. Denn diese Künstlerin hat die Gabe, diverse Stile von Pop über Zigeunermusik oder Chanson bis zu Jazz gekonnt ineinanderfließen zu lassen. Selbst Edith Piafs "La Vie en rose" weiß sie sich mit ihrer rauchigen Stimme zu eigen zu machen. Nur lauscht ihr die Masse dabei nicht still und andächtig. Offenbar finden die meisten Leute die entschleunigten Momente keineswegs zum Wegträumen schön, sie werden unachtsam, zerstören das Idyll mit ihrer Plapperei.

Schade für Zaz. Doch sie lässt sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Ohne lange zu fackeln lädt sie die Besucher ein, einem ihrer Musiker mit "Joyeux Anniversaire" ein Geburtstagsständchen zu bringen. So erobert sie geschickt die Aufmerksamkeit zurück. Am Schluss gelingt es ihr sogar, mit einer Akustikversion von "La Lessive" alle in ihren Bann zu schlagen. Warum? Weil sie dabei ungekünstelt, nahbar und ganz sie selbst ist.

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