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Norddeutsche Realisten : Von Schleswig-Holstein in die Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Norddeutschen Realisten sind international unterwegs: Neben Schweden und Frankreich ist auch China das Ziel der Künstlergruppe.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 07:09 Uhr

Flensburg | In Schleswig-Holstein kennt sie mittlerweile vermutlich jeder Kunstfreund – die Norddeutschen Realisten. Nun will die Künstlergruppe international auf sich aufmerksam machen, mit gleich drei Projekten.

Ein Symposium in Schweden ist bereits bekannt. Als die Norddeutschen Realisten im vergangenen Jahr mit dem Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft ausgezeichnet wurden, verdoppelte die Dietrich-Schulz-Kunststiftung das Preisgeld von 5000 auf 10.000 Euro, damit die Gruppe um Initiator Nikolaus Störtenbecker in der schwedischen Schärenlandschaft nordwestlich von Göteborg im Spätsommer unter freiem Himmel malen kann. „Das gebuchte Hotel Sjögarden in Ellös auf der Insel Orust erwies sich als Glückstreffer, denn die Hotelleitung bot spontan an, nicht nur während der letzten beiden Arbeitstage in ihren Konferenzräumen auf eigene Kosten die entstandenen Werke zu präsentieren, sondern auch die Medien vor Ort zu informieren“, sagt Störtenbecker.

In Schweden sind vermutlich elf der Realisten vom 25. August bis 1. September mit Pinsel und Leinwand unterwegs. Die fertigen Bilder werden im Kulturzentrum in Rendsburg gezeigt; ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Zuvor, vom 1. bis 7. Juni arbeiten die Maler in Frankreich – in den Vogesen, wo sich deutsche und französische Truppen im Ersten Weltkrieg bekämpft haben. Auf Einladung der Deutschen Botschaft in Paris leisten sie ihren künstlerischen Beitrag zum Gedenken an den Beginn des Krieges vor hundert Jahren. Dabei soll es aber nicht um Schlachtfelder gehen, sondern um die Landschaften. Eingeladen wurden die Realisten von Kulturattaché Fried Nielsen, der aus Eckernförde stammt.

An dem Symposium in Frankreich nehmen sechs Maler der Norddeutschen Realisten teil. Die Bilder werden im Herbst in einer Ausstellung im Informationscenter der deutschen Botschaft in Paris gezeigt; ob sie auch in Deutschland ausgestellt werden, ist noch offen.

Ungewöhnlich ist auch das dritte große Auslandsprojekt der Norddeutschen Realisten – sie werden ihre Arbeiten in der chinesischen Hauptstadt Peking präsentieren. Dort werden sie zwar nicht malen, aber 200 Werke in einer großen Schau präsentieren. Verantwortlich für den China-Kontakt ist das Unternehmen Bell Art, das einen Kulturaustausch zwischen Europa und China betreibt und durch Hinweise von Sammlern auf die Künstlergruppe aufmerksam geworden ist. „Wir sind für die Chinesen wohl interessant, weil in der chinesischen Künstlerausbildung die Plein-Air-Malerei eine herausragende Rolle spielt“, sagt Störtenbecker. +Vorbehalte wegen der anhaltenden internationalen Kritik an der chinesischen Regierung haben die Norddeutschen Realisten laut Störtenbecker nicht: „Wir sehen davon ab, die politischen Verhältnisse in China als Hemmnis zu betrachten, sondern wollen die Offenheit unserer Partner und die kulturelle Öffnung Chinas als Weg zu eigenen Erfahrungen nutzen.“ Aus der Ausstellung soll mehr werden, ein Maler-Symposium in China ist im Gespräch.

Norddeutsche Realisten in der Ausstellung: Ab dem 27. April (11.30 Uhr) stellt der Galerist Ocke Peters Arbeiten der Gruppe in der Galerie Peters aus, die in Husum (Treibweg 41) neu eröffnet wird. Björn Engholm hält die Eröffnungsrede.

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