Atelierhaus in Kiel : Von der Utopie zur Realität

Die Ausstellung im Jahr 2004 in den lichtdurchfluteten Räumen des Gründerzeitgebäudes kam für das Projekt einer Grundsteinlegung gleich.  Foto: jr
Die Ausstellung im Jahr 2004 in den lichtdurchfluteten Räumen des Gründerzeitgebäudes kam für das Projekt einer Grundsteinlegung gleich. Foto: jr

Im Anscharpark, dem einstigen Gelände des Kieler Militärkrankenhauses in der Wik, wird kräftig gebaut: Rüstungskonversion zugunsten ziviler Nutzung.

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28. Januar 2011, 08:15 Uhr

Kiel | In diesen Tagen wird das Dach von "Haus 8" neu eingedeckt: Es soll zum Atelierhaus für Künstler ausgebaut werden. Vor gut sechs Jahren setzten Kieler Künstler eine Utopie in Szene: Sie organisierten im September 2004 eine Ausstellung in einem herrschaftlichen Gründerzeitgebäude auf einstigem Militärgelände in der Wik. Damit wollten sie für die Idee werben, hier ein Künstlerhaus einzurichten - ein Traum, der in der Landeshauptstadt bis dato Jahrzehntelang vergeblich geträumt worden war. Bekannte Kollegen wie Raffael Rheinsberg, Ioerg B. und andere hatten es an wenigstens drei Orten probiert und scheiterten stets am mangelnden Willen der Landeshauptstadt für ein solches Projekt.
Doch das Thema blieb auf den Tagesordnungen der verschiedensten kulturellen Gremien. Und im vergangenen Jahr war es dann soweit: Die szenische Utopie von 2004 wurde von der Kieler Ratsversammlung abgenickt. Das stark sanierungs bedürftige, denkmalgeschützte Haus wird seit Beginn des Jahres umgebaut.
Insgesamt 1,8 Millionen Euro fließen in das Projekt
Schon im September 2011 soll das einstige Wirtschaftsgebäude des Klinikgeländes dann hinter seiner schönen Ziegelfassade 14 Ateliers für Künstler und Designer bieten, dazu Werk stätten in den Kellern sowie im Erdgeschoss Büros, und 190 Quadratmeter Ausstellungsfläche in zwei großen Sälen. Später ist im angrenzenden Trafohaus eine Keramikwerkstatt geplant sowie Gastronomie im Kesselhaus mit dem markanten Schornstein.
Insgesamt 1,8 Millionen Euro fließen in das Projekt: 700.000 Euro kommen als Städtebauförderung vom Land, 350.000 Euro von der Stadt, dazu 500.000 Euro Darlehen von der Fördesparkasse und 100.000 Euro Eigenmittel der "Atelierhaus im Anscharpark GmbH & Co.KG". Tatkräftige Unterstützung erhält das Projekt auch vom "Verein Haus 8", in dem sich vor allem Künstler engagieren.
Die meisten Ateliers, von denen zwei auswärtigen Stipendiaten vorbehalten bleiben, sind 34 Quadratmeter groß und werden zu 6,50 Euro Warmmiete je Quadratmeter angeboten. Bewerben kann man sich dafür noch bis zum 31. Januar bei Anders Fonager Christensen in Flensburg unter 0461/9041483 oder unter christensen@complan-gmbh.de.

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