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Viel Kitsch und böse Dinge

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erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Schuhe mit dem Konterfei von Barack Obama, ein USB-Stick in Form eines Fingers, ein gehäkelter Toilettensitz: Lauter "Böse Dinge" sind von heute an bis zum 15. September im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen. Unter dem Titel "Eine Enzyklopädie des Un geschmacks" wolle die Ausstellung den Diskurs um "guten" und "schlechten" Geschmack aufgreifen und stellt dafür historische und aktuelle Positionen gegen einander, teilte das Museum gestern mit. Die Besucher sind eingeladen, sich an der Geschmacksdebatte aktiv zu beteiligen.

Das Konzept basiert auf der Publikation "Guter und schlechter Geschmack im Kunstgewerbe" des Kunsthistorikers Gustav E. Pazaurek von 1912. Darin entwickelt er einen komplexen Kriterien katalog, der auch die Grundlage für seine "Abteilung der Geschmacksverirrungen" im Stuttgarter Landesmuseum ist. Pazaurek war Mitglied des 1907 gegründeten Deutschen Werkbunds, der die bis heute aktuelle Debatte um die "Gute Form" im Design auslöst. Die Ausstellung präsentiert etwa 60 Objekte und konfrontiert diese mit aktuellen Designobjekten.

Im Rahmen der Ausstellung können Besucher bei einer Tauschbörse all ihre aus der Mode gekommenen Deko-Stücke, Schwiegermutter-Geschenke oder aus einer Laune heraus gekauften Kitsch-Artikel mitbringen - und gegen ein Mitbringsel der anderen tauschen. Jeder mitgebrachte Gegenstand bekommt ein Identifikations kärtchen, auf dem sich der ursprüngliche Besitzer verewigt und benennt, warum der Gegenstand aus seiner Sicht "böse" ist.

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