Hamburg : "Vermessung der Welt" im Altonaer Theater

Geniales Duo: Ullrich (l.) als Humboldt und Benson als Gauß.
Geniales Duo: Ullrich (l.) als Humboldt und Benson als Gauß.

Das Publikum am Altonaer Theater in Hamburg amüsierte sich über die teilweise fiktiven Szenen aus dem Leben von Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß.

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08. Februar 2011, 08:58 Uhr

Hamburg | Der eine bekommt Nasenbluten beim Erforschen eines Vulkans, dem anderen fällt eine komplizierte Gleichung ein, während seine Frau ihn leidenschaftlich küsst. Größe und Groteske zweier deutscher Wissenschaftsgenies deckte Daniel Kehlmann 2005 in seinem Roman "Die Vermessung der Welt" fein ironisch auf - und erzielte einen internationalen Megaseller.
Auch das Publikum am Altonaer Theater in Hamburg amüsierte sich am Sonntagabend über die teilweise fiktiven Szenen aus dem Leben von Alexander von Humboldt (1769-1859) und Carl Friedrich Gauß (1777-1855). Bei der Premiere der Inszenierung Christian Nickels der Bühnenfassung von Dirk Engler spendete es großzügig Beifall.
Fast wie Kaspertheater für Erwachsene
Am direkten, klamaukfreudigen Zugriff des Regisseurs schienen sich die Zuschauer nicht zu stören. Denn mit den Hauptdarstellern Jacques Ullrich und Stephan Benson erzählt Nickel seine Geschichte fast wie Kaspertheater für Erwachsene. Holzschnittartig lässt er die unterschiedlichen Charaktere der beiden Geistesgrößen herausarbeiten.
Fern der politischen Realitäten, vor schwarzem Hintergrund bauen beide ihre Welten aus Transportkartons (Ausstattung: Birgit Voss). Dabei mehren auch Franz-Joseph Dieken unter anderem als repräsentationsfreudiger Herzog von Braunschweig, Caroline Dietrich etwa als patente Johanna Gauß, David Allers als drangsalierter Sohn Gauß und Ole Schlosshauer als Humboldts französischer Begleiter Bonpland das Vergnügen des Publikums.
Nächste Vorstellungen: 9. Februar, 19 Uhr, 10. Februar, 20 Uhr, 11. Februar, 20 Uhr. Karten 040/39905870

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