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Verkauf von Schloss Salzau gescheitert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

von
erstellt am 23.Okt.2014 | 15:38 Uhr

Schleswig-Holstein zieht die Reißleine: Das Land betrachtet den Verkauf von Schloss Salzau an den Hamburger Geschäftsmann Bolko Kissling als endgültig gescheitert und sucht für die herrschaftliche Immobilie im Kreis Plön jetzt einen neuen Käufer.

„Das ehemalige Landeskulturzentrum soll zwei Millionen Euro kosten“, sagte ein Sprecher des zuständigen Finanzministeriums. Kisslings „Verwaltungsgesellschaft Schloss Salzau“ hat nach Angaben des Ministeriums ab Juni vereinbarte Zahlungen nicht geleistet – wegen angeblich verheimlichter Baumängel am Schloss. Das Ministerium hat diesen Vorwurf zurückgewiesen und trat vom Kaufvertrag zurück. Trotz schriftlicher Aufforderung habe Kissling dazu nicht Stellung genommen, teilte das Ministerium mit.

2010 hatte die damalige CDU/FDP-Regierung aus Spargründen beschlossen, Salzau zu verkaufen. 224 000 Euro kostet pro Jahr die „Leerstandsbewirtschaftung“ der sechs Gebäude auf 122 313 Quadratmetern Grundstück samt Schlossgarten mit See. In dem neobarocken Bau aus dem 19. Jahrhundert hatte einst der US-Dirigent Leonard Bernstein in der Orchesterakademie mit Musikern aus aller Welt beim Schleswig-Holstein Musik Festival geprobt.

Kissling will die Auflösung des Kaufvertrags nicht hinnehmen: „Unsere Klage geht dem Land in Kürze zu“, teilte er gestern mit. Er betonte, die Klage habe sich „etwas verzögert da wir auch ein Gutachten zu den Problematiken haben erstellen lassen, was sich leider etwas hingezogen hat. Die Problematik ist aber keinesfalls gelöst.“ Schon im Juli hatte Kissling angekündigt, der Kündigung des Kaufvertrags zu widersprechen. In Salzau wollte er ein Hotel mit Kulturprogramm betreiben. Zu den Gebäuden gehören auch ein Torhaus mit Appartements und Gastronomiebereich sowie ein ehemaliger Pferdestall mit schlichten Zimmern – ursprünglich für junge Musiker gedacht.

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