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100 Sekunden Platt : Verdreihte Wiehnachts-Mannslüüd

vom

Wie sieht er wohl aus, der Weihnachtsmann? In diesen Gedichten kommt er nicht allzu gut weg, weiß Marianne Ehlers.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Annerletzt is mi so en ganz annern Wiehnachtsmann bemött. Wat för een? Höör mal to, woans Theodor Lübbe em beschrieven deit:

De schäävsche Wiehnachtsmann

Ach, du leve Wiehnachtsmann,
kiek di doch mal dien Büxen an,
un dien Steveln sünd vull Schiet,
nee, dat geiht denn doch to wiet.

Kiek di doch mal in’n Spegel an,
leve gode Wiehnachtsmann,
segg, wat is denn blots
mit dien Sack dor los?

Nee, wat süht dat ut,
de Geschenke fallt meist rut.
Löcker achtern, Löcker vörn,
musst di ja schamen vör de Gör’n.

Dat süht doch glieks de lüttste Wicht,
akkraat – nee, dat büst du nich.
Ach, du leve Wiehnachtsmann,
treck di doch eerstmal richtig an.

Dor kannst doch meist in’n Twiefel kamen bi so en Wiehnachtsmann. Üm Twiefel geiht dat nu ok in dat lütt Gedicht vun Emil Hecker:

In’n Tweebedacht

Güstern Avend klopp een an.
Mudder meen: „De Wiehnachtsmann!“
Aver Vadder see to mi:
„Wiehnachtsmann kümmt düt Johr ni.
De wahnt wiet achter Eutin
un hett gorkeen Föhrerschien!“
„Man ni bang!“ lach Unkel Max,
„schallst mal sehn, he nimmt en Tax!“
Je, wat schall ik nu blots glöven?
Ach, ik will bit Wiehnacht töven;
achterna vertell ik di:
Keem he oder keem he ni?

Mit düsse Fraag laat wi nu mal den drütten Advent kamen.

Wiehnachtsmann-Gröten vun Marianne Ehlers vun den Sleswig-Holsteenschen Heimatbund

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