Kolumne : Und wer nimmt Frau Schwarz?

Caroline Schwarz ist die Landes-Sonderbeauftragte für Kultur. Was passiert mit ihr, wo doch jetzt ein Minister wieder für die Kultur zuständig ist?

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31. Oktober 2009, 10:36 Uhr

Man kennt das: Bei jedem Umzug bleibt etwas übrig, das nicht mehr in das neue Haus passt. Vor dem Problem steht jetzt die schleswig-holsteinische Kultur-Abteilung, die gerade von der fernen Insel Staatskanzlei in ihre Heimat, das Ministerium für Bildung und Kultur, zurückgekehrt ist.

Dort ist es die Kulturbeauftragte, die nicht so recht in die schon vorhandene Einrichtung passen will. Caroline Schwarz wurde 2005 von ihrem Parteifreund Peter Harry Carstensen auf das Amt der Beauftragten für Kultur und Minderheiten gehoben, als der Ministerpräsident sich die Kultur in den Flur der Staatskanzlei holte und mit dem Etikett "Chefsache" versah. Seine Freundin Caroline sollte ihn in diesem Bereich entlasten.

Sie tat das mit gehörigem Fleiß und großer Freundlichkeit, das hört man überall. Dann folgt meist das "Aber": Als Ideallösung hat man sie in Kulturkreisen nie betrachtet. Die Kreativen des Landes wollen weder Chefsache noch Sonderauftrag sein, sie wollen einfach nur unter das Dach ihres Heimat-Ministeriums. Da sitzen bereits ein zuständiger Minister und sein zuständiger Staatssekretär, um alle Wünsche zu erfüllen. Eine Sonderbeauftragte, so hört man, bräuchte - und wolle - man dort gar nicht.

Noch aber wird verhandelt, schließlich ist der neue Bildungsminister klug genug, nicht gleich Streit mit seinem Ministerpräsidenten, dem obersten Hausmeister und Schwarz-Vertrauten zu suchen.

Möglicherweise öffnet sich aber auch noch ein anderer Weg, um die lukrative B2-Stelle von Frau Schwarz mit Aufgaben zu füllen: Man könnte sie ausschließlich zur Beauftragten für Minderheitenfragen machen. Spötter könnten jetzt unken, die Bereiche Kultur und Minder heiten ließen sich kaum trennen, aber immerhin müsste Frau Schwarz dann nicht umziehen. Ihr altes und neues Zuhause wäre die Staatskanzlei.

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