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Ausstellung : „Uhr-Zeit“ im Freilichtmuseum Molfsee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Geschichte der Zeit wird in einer neuen Daueraustellung im Freilichtmuseum Molfsee aufgezeigt.

Molfsee | Wer hat an der Uhr gedreht? Zumindest im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum gibt es jetzt einen Hauptverdächtigen: Den Uhrenmachermeister Jacob Tüxen. Er wurde vor 300 Jahren in Brebel bei Süderbrarup an der Schlei geboren und baute 1753 ein Wohn und Arbeitshaus in Rabenholzbrück, dem heutigen Böel-Schuby. Längst ist dieses schöne Fachwerkgebäude ins Museum nach Molfsee gewandert - und beherbergt dort neuerdings durch Hilfe der Muthesius-Kunsthochschule eine kurzweilige Dauerausstellung über Uhren und Zeit.

Wer das historische Haus nach einem längeren Marsch durch das Museumsgelände vor der Käserei gefunden hat, wird dort auf der Diele zunächst von einer Wandtafel empfangen: "Hier ist Platz für eigene Gedanken zu 'Zeit' !!!" heißt es dort animierend, denn das Denken und Mitmachen ist Bestandteil der neuen Ausstellung. So kann man in einer alten Truhe Begriffe zuordnen, Filme sehen oder an Hörstationen Zeitzeugen lauschen, etwa Helmut Tüxen, dem Ur-Ur-usw.-Enkel des Jacob Tüxen, der heute in 8.Generation das Erbe der Uhrenmacherfamilie in Westensee am Leben hält. Auch ein Kind und ein alter Mann äußern sich da zum Thema Zeit - ein Begriff, den man heute so genau messen kann, und der dennoch individuell kaum fassbar scheint. Immerhin: Zur Eröffnung brachte der Wissenschaftler Jens Simon von der physikalisch-technischen Bundesanstalt in Braunschweig Licht ins Dunkel der Atomuhren, ohne die heute keine Funkuhr und kein Satellit funktionieren würde. Und spätestens seit diesem Vortrag weiß man es auch im Museum ganz genau: Atomuhren sind nicht radioaktiv, weil sie mit Cäsium betrieben werden. Doch es gibt sie noch, die gute alte Pendeluhr. Wertvolle Standuhren des 18. Jahrhunderts finden sich hier und da in dem historischen Haus. Nicht alle Pendel schwingen mehr, doch an der Schönheit und der Aufwendigkeit ahnt man, welche Bedeutung man dem Messen der Zeit zukommen ließ.

Seit der Antike sind Sonnenuhren bekannt, aber auch Wasseruhren und Sanduhren, wo in einem gläsernen Doppelkolben das Rinnen der Zeit gemessen wird. Sanduhren fanden etwa in der Kirche bei Predigten Verwendung, weil die Pfarrer ihre Gemeinden nicht über Gebühr mit Worten beglücken sollten. Aber auch Wecker und Handys kommen als Zeitmesser in dieser Ausstellung zur Geltung - bis hin zu jener Geschichte von Loriot, wo es um die Zeitdauer des Eierkochens geht.

Kiel-Molfsee, Freilichtmuseum, Hamburger Landstraße. Dauerausstellung. Bis 31.10. tägl. 9-18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr), 1.11. - 24.3. nur So 11-16 Uhr (15 Uhr).
 

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erstellt am 13.10.2013 | 09:05 Uhr

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