Querschnitt seines Gesamtwerks : Tuschezeichnung und Farbenrausch: Ausstellung von Emil Nolde in Lübeck

Emil Nolde

Die Lübecker Ausstellung mit dem Titel „Emil Nolde. Farbenzauber – Eine Retrospektive auf Papier“ ist bis zum 7. Oktober zu sehen.

Bei Nolde denken die meisten an leuchtende Blumenbilder. Doch er schuf auch zarte Aquarelle und düstere Bilder.

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06. Juli 2018, 16:07 Uhr

Lübeck | Arbeiten des Malers Emil Nolde auf Papier sind von Sonnabend, 7. Juli, an im Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck zu sehen. Gezeigt werden Bilder aus allen Schaffensphasen Noldes von frühen Zeichnungen bis zu seinen „ungemalten Bildern“ der späten 1930er und 1940er Jahre.

Nolde (1867-1956) gilt als einer der bedeutendsten Aquarellisten des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder zeichnen sich durch eine besondere Leuchtkraft der Farben aus.

Die Lübecker Ausstellung mit dem Titel „Emil Nolde. Farbenzauber – Eine Retrospektive auf Papier“ ist bis zum 7. Oktober zu sehen. Sie beschließt zugleich die Ausstellungsreihe „Nolde im Norden“, an der sich seit 2017 acht Museen in Dänemark, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen beteiligt hatten. „Bei dieser Retrospektive können die Besucher die gesamte Werkentwicklung Noldes verfolgen“, sagte der Leitende Direktor der Lübecker Museen, Hans Wißkirchen, am Freitag.

Emil Nolde
dpa

In der Ausstellung können die Besucher die gesamte Werkentwicklung Noldes verfolgen.

 

Die Lübecker Ausstellung zeigt 80 Bilder, die das gesamte Schaffen Noldes exemplarisch abbilden. Das Spektrum reicht von frühen aquarellierten Zeichnungen aus seiner Zeit auf der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe und als Zeichenlehrer am Kunstgewerbemuseum im schweizerischen St. Gallen bis zu seinen „ungemalten Bildern“, die zwischen 1938 und 1945 entstanden sind. 

Nolde war trotz seiner Mitgliedschaft im nordschleswigschen Ableger der NSDAP 1941 aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen worden, weil seine Kunst nicht dem nationalsozialistischen Verständnis von „deutscher Kunst“ entsprach. „Dadurch hatte er zwar Probleme mit der Beschaffung von Malutensilien und musste jedes Bild der Reichskulturkammer zur Begutachtung vorlegen, Malverbot, wie lange behauptet, hatte er aber nicht“, sagte der Leiter des Museums, Alexander Bastek. „Bei Nolde denken die meisten Menschen zunächst an Landschaften und Blumenbilder“, sagte Bastek. „Doch Porträts und Figurenbilder spielen in seinem Gesamtwerk eigentlich die entscheidendere Rolle und das wollen wir mit der Ausstellung zeigen“, sagte er. So sind auch Tuschezeichnungen aus den Jahren vor dem ersten Weltkrieg zu sehen und exotische Figurenstudien, die Nolde von einer Expedition in die Inselwelt des Südpazifik mitbrachte. Den Abschluss der Ausstellung bilden großformatige Darstellungen von Landschaften, Blumen und Meer in geradezu explosiver Farbigkeit. 

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