Literaturhaus Kiel : Thematische Vielfalt beim Festival des Debütromans

Döbler
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Zehn Autoren aus zehn Ländern lesen beim Europäischen Festival des Debütromans in Kiel. An das Lesefest schließen sich Workshops und Diskussionen an.

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23. April 2011, 12:32 Uhr

Kiel | In den acht Jahren seines Bestehens hat das Europäische Festival des Debütromans sich zu einem international hoch angesehenen Festival gemausert. Die 9. Auflage, wie üblich veranstaltet vom Literaturhaus Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Centre Culturel de Kiel, steht vor der Tür - mit bewährtem Ablauf: Begleitet von Verlagsvertretern und Übersetzern sind vom 5. bis 8. Mai wieder zehn Autoren aus zehn Ländern zu Gast. Während der Fachtagung im Anschluss an das Lesefest bekommen sie Gelegenheit, sich in Workshops und Diskussionen zum Literaturbetrieb auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen.
"Dennoch ist vieles anders als in den Vorjahren", so Literaturhauschef Wolfgang Sandfuchs. Gemeint ist nicht nur der Wechsel an der Spitze des Centre Culturel Français de Kiel, das mit Lucas Dymny einen neuen Leiter gefunden hat. Auch der Schauplatz ist neu - nach der Schließung des Landeskulturzentrums in Salzau ist das Festival ins Kieler Literaturhaus umgezogen.

"Die Romane, die in diesem Jahr vorgestellt werden, haben sehr unterschiedliche Themen", so Sandfuchs. So denkt etwa der Däne Kaspar Colling Nielsen in seiner amüsanten Utopie "Mount København" darüber nach, wie das Leben in Dänemark sich wohl entwickelt hätte, wenn der Staat einen 3000 Meter hohen Berg südlich der Hauptstadt errichtet hätte. Um zwei Drogensüchtige geht es bei der Italienerin Antoniella Lattanzi. Ihre Protagonisten entführen eine Touristin, um ihre finanziellen Probleme zu lösen und erleben einen Albtraum. Ähnlich wie die Polin Malgorzata Reimer, in deren Roman ein Straßenbahnunglück in Warschau verschiedene Schicksale zusammenführt, verknüpft die Österreicherin Anna Weidenholzer Erzählungen über Menschen in einer Kleinstadt zu einem locker gewebten Ganzen. Der Schweizer Christian Uetz bringt eine Liebesgeschichte nach Kiel, seine spanische Kollegin Esperanza Ortega, wie er in ihrer Heimat durch mehrere Gedichtbände bekannt, erzählt eine Geschichte vom Verlassenwerden. Züge eines historischen Romans trägt der finnische Beitrag von Helen Moster. Aus Deutschland ist Katharina Döbler mit ihrem Werk "Die Stille nach dem Gesang" dabei. Lesefest im Literaturhaus (Alter Botanischer Garten Kiel) am 5. Mai. Beginn: 19 Uhr.

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