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Regisseur Arne Feldhusen : „Stromberg als Serie, das ist vorbei“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kultfigur Stromberg macht einen Karrieresprung – und kommt auf die große Leinwand. Der Rendsburger Regisseur Arne Feldhusen bringt „Stromberg – Der Film“ auf Kinotour durch SH. Wann der Kultfilm wo läuft, wird im Video erklärt. shz.de verlost fünf Fan-Pakete, jeweils mit zwei Kinokarten.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2014 | 09:17 Uhr

Rund zehn Jahre nach dem Start der erfolgreichen TV-Serie kommt Stromberg ins Kino. Regisseur bei „Stromberg – Der Film“ mit Christoph Maria Herbst und Bjarne Mädel war der gebürtige Rendsburger Arne Feldhusen – wie auch schon bei den vorangegangenen fünf Staffeln der Serie. Um den Film, der am 20. Februar in die Kinos kommt, zu finanzieren, gingen die Verantwortlichen einen ungewöhnlichen Weg – sie sammelten mit dem sogenannten Crowdinvesting eine Million Euro ein. Mehr als 3000 Investoren haben sich damit am Film beteiligt und hoffen nun nicht nur auf gute Unterhaltung, sondern auch auf einen stattlichen Ertrag – die Gewinnzone beginnt ab einer Million Zuschauer.

Herr Feldhusen, kennen Sie einige der 3000 Investoren, die Ihren neuen Film finanziert haben?
Ich kenne einen einzigen. In meinem Umfeld waren alle, die beim Crowdinvesting mitmachen wollten, zu spät dran. Nach zehn Tagen war die Sache ja schon durch.

Klingt so, als waren Sie darüber überrascht…
War ich auch. Ich habe natürlich sofort überlegt, ob man nicht noch mehr Geld hätte einsammeln sollen. Denn mit der Million allein kann man den Film nicht finanzieren.

Wie teuer ist der Film insgesamt?
Um die 3,3 Millionen Euro. Den Film mussten wir mehrmals verschieben, weil die Finanzierung nicht hinhaute. Das erfolgreiche Crowdinvesting bedeutete dann erstmals eine sicherere Basis.

Ändert sich mit der Finanzierung auch die Arbeit des Regisseurs? Immerhin sitzen Ihnen jetzt 3000 Fans und Klein-Investoren im Nacken.
Das stimmt. Ganz freimachen kann ich mich von diesem Druck nicht, aber es macht vor allem Mut, wenn so viele Menschen an das Projekt glauben, dass sie sogar etwas Geld investieren.

Warum war die Finanzierung auf herkömmlichem Wege so schwierig?
Der Produzent und Autor Ralf Husman wollte eine gewisse Unabhängigkeit. Wenn man zu den Verleihern geht, um einen Kinofilm in der Größenordnung auf den Weg zu bringen, ist man schnell nicht mehr unabhängig. Da gibt es viele Leute, die sich einmischen – vom Buch bis hin zur Besetzung. Wenn man das nicht will, muss man Alternativen suchen und das hat gedauert.

 

Wie lange mussten Sie warten?
Am Ende hatten wir das Projekt mehrmals verschoben, zuletzt vom Herbst, in dem ich eigentlich drehen wollte, in den Winter. Wir hatten da im Sauerland zwar immer noch Stromberg-Wetter…

Stromberg-Wetter?
Ja, Stromberg-Wetter ist schlechtes Wetter. Aber die Drehbedingungen im Winter waren dann oft zu hart, bei Minusgraden und Schneestürmen.

Und dann auch noch im Sauerland…
Absolut. Aber das haben wir uns ja so ausgesucht, weil viele Menschen dorthin ihre Betriebsausflüge machen. Diese Gegend ist eigentlich komplett unspannend, eher eine Ungegend und deshalb für Stromberg genau der richtige Platz.

Stromberg verlässt sein Büro – daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Die Idee des Betriebsausflugs war schon immer da, war aber zu aufwendig für eine Fernsehfolge. Denn durch die Formatzeit waren wir immer an kleinere Geschichten gebunden und man bleibt bei viereinhalb Drehtagen pro Folge eher im Büro.

Wann kam die Idee, dass Stromberg auch über das Serienformat hinauswachsen könnte?
Nach der ersten Staffel war ich mal mit Christoph Maria Herbst und Bjarne Mädel auf Einladung in der Kieler Pumpe, wir haben dort die Serie im Kino getestet. Es waren mehr Leute da, als ins Kino passten, und es war alles ein bisschen nerdig, weil da fast nur Männer waren. Aber die überwältigenden Reaktionen dort und später auch woanders waren die Initialzündung für die Idee, Stromberg auch mal ins Kino zu bringen.

Ist es schwer, ein Format ohne Publikum zu beurteilen?
Wenn man für das Fernsehen produziert, bekommt man keine direkten Reaktionen mit. Deshalb gehe ich gern mit meinen Formaten, wenn möglich, ins Kino, auch mit dem Tatortreiniger. Ich möchte sehen, wie das Publikum reagiert und nicht auf irgendwelche Quotentabellen schauen.

Und für Frauen ist dieses Mal auch was dabei?
Klar. Das hat sich ohnehin gewandelt. Als wir die späteren Stromberg-Staffeln in den Kinos gezeigt haben, waren da auch schon wesentlich mehr Frauen dabei.

Ist der Film der Abschluss der Stromberg-Reihe?
Ja. Was passiert, wenn der Film ein Riesenerfolg wird, weiß ich nicht. Aber Stromberg als Versicherungs-Serie, das ist vorbei.

Wie steht es denn um Ihr anderes Erfolgsformat, den Tatortreiniger? Da läuft es ja nicht rund zwischen Ihnen und der ARD. Zuletzt wurde die Kritik laut, dass die gefeierte Serie vom Sender im Nachtprogramm des NDR versenkt wurde.
Ich habe eher ein Problem damit, dass meine Folgen durcheinander gezeigt wurden, immer eine alte und eine neue. Dadurch wird verhindert, dass ich irgendetwas horizontal, also fortlaufend erzählen kann. Trotzdem hatte der NDR eine Mörderquote, für die Uhrzeit war das sensationell – und mehr als die ARD zur gleichen Zeit hatte.

Die ARD scheint die Serie nicht zu wollen…
Scheint so. Die haben jetzt pro Grimme-Preis, den wir gewonnen haben, jeweils eine Folge gezeigt – das ist als Umgang mit einer erfolgreichen Serie schon ziemlich ignorant.

Gibt es denn eine Zukunft für den Tatortreiniger?
Ich hoffe doch. Die Verantwortlichen beim Sender haben mitgeteilt, dass sie weitermachen wollen. Wir haben jetzt im März ein Treffen. Ob wir dieses Jahr noch etwas drehen, muss man abwarten – wir sind zunächst einmal sehr interessiert daran, eine Lösung zu finden. Und wir hoffen, dass die ARD nach zwei Grimme-Preisen und einer tollen Quote im Tatortreiniger ein förderungswertes Format erkennt – und es ausstrahlt.

Verlosung

Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag verlost fünf Fan-Pakete, jeweils mit zwei Kinokarten, sowie jeweils 15 mal zwei Kinokarten für die vier Vorstellungen am 22. Februar 2014 in Flensburg, Rendsburg, Neumünster und Elmshorn. Um an der Auslosung teilzunehmen, schicken Sie eine Postkarte mit dem Stichwort „Stromberg“ plus Wunschort an Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Kultur-Redaktion, Fördestraße 20, 24944 Flensburg, oder eine Mail an gewinnspiel@shz.de, Einsendeschluss ist Dienstag, der 18. Februar 2014. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Filmtournee durch SH

Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag bringt Regisseur Arne Feldhusen und Schauspieler Bjarne Mädel ins Land. Sie besuchen am Sonnabend, 22. Februar, vier Kinos in Schleswig-Holstein, um den Stromberg-Film vorzustellen:

Flensburg: UCI Kinoplex, Süderhofenden 14

Filmstart: 15 Uhr, Ankunft von Feldhusen und Mädel: 14.30 Uhr

Rendsburg: Kinocenter Rendsburg, Wallstraße 25

Filmstart: 18 Uhr, Ankunft von Feldhusen und Mädel: 17.40 Uhr

Neumünster: Cineplex, Kuhberg 47-51

Filmstart: 20 Uhr, Ankunft von Feldhusen und Mädel: 19.30 Uhr

Elmshorn: Cineplex, Kurt-Wagener-Straße 2

Filmstart: 20 Uhr, Ankunft von Feldhusen und Mädel: 21.30 Uhr

 
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