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Studie attestiert Nachholbedarf : So inklusiv sind die Museen in SH

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Aus der Onlineredaktion

Für eine Studie sollten 263 Museen untersucht werden. Nur 105 machten mit. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 10:19 Uhr

Kiel | Bei der Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung haben die Museen in Schleswig-Holstein noch großen Nachholbedarf. Gut die Hälfte der Museen habe sich aktiv auf den Weg zur Inklusion gemacht, sagte der Behindertenbeauftragte des Landes, Ulrich Hase, am Donnerstag in Kiel. Es gebe nach seiner Einschätzung bisher aber noch keines, das alle Bedürfnisse von behinderten Menschen befriedigen würde. „Davon sind wir noch weit entfernt“, sagte Hase.

Die Barrierefreiheit und Inklusion in den Museen des Landes würde zwar als wichtig erkannt, die Umsetzung halte sich aber noch in einem „eher bescheidenen Rahmen“, heißt es in der Studie der Kulturgenossenschaft Digicult-Verbund. Oft resultieren Probleme auch daraus, dass sich viele Museen in denkmalgeschützten älteren Gebäuden befinden. Es kämen aber zunehmend ältere und behinderte Menschen als Besucher. In Schleswig-Holstein leben 520.000 Menschen mit Behinderung.

Für die Studie hat Digicult 263 Museen angeschrieben und von 105 Antworten erhalten. Das sind die Ergebnisse:

  • 88 waren mit dem Nahverkehr erreichbar.
  • 74 haben barrierefreie Wege von der Haltestelle zum Gebäude.
  • Nur 43 Museen haben ausgewiesene barrierefreie Eingänge und nur 14 selbstöffnende Türen.
  • In 36 Museen sind alle Bereiche für Rollstuhlfahrer zugänglich.
  • Oft werden die Bedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderung nicht hinreichend berücksichtigt. Nur zwei Museen bieten ein taktiles oder akustisches Leitsystem.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Situation in vielen Museen, die sich nicht an der Umfrage beteiligten, noch schwieriger ist.

Positive Beispiele aus seinem Haus nannte der Direktor des Museumsbergs Flensburg, Michael Fuhr. So sei ein spezieller Raum eingerichtet worden, in dem Blinde und Sehbehinderte Skulpturen ertasten können. In einem anderen Raum, der von Gymnasiasten gestaltet wurde, könnten akustische Eindrücke und Düfte wahrgenommen werden.

Damit Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt Kulturangebote wahrnehmen können, müsse Kunst möglichst barrierefrei präsentiert werden, sagte der Landesbeauftragte Hase. Das beginne bei der Anbindung an die öffentliche Infrastruktur und geht weiter über Museumsführer in leichter Sprache bis hin zu Smartphone-Apps für Blinde und Gehörlose. In denkmalgeschützten Gebäuden, bei niedrigen Budgets und dünner Personaldecke sei das durchaus schwierig.

Um die Museen stärker für die Bedürfnisse von Behinderten zu sensibilisieren, gibt es mittlerweile eine Fortbildungsreihe „Das inklusive Museum“, die zu 80 Prozent vom Land finanziert wird. Daran beteiligten sich in diesem Jahr elf Museen aus Schleswig-Holstein und drei aus Hamburg.

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