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Festival-Programm : SHMF mit Elton John und Mendelssohn

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Neuer Intendant, mehr Konzerte und größere Namen: Das Schleswig-Holstein Musik Festival präsentiert sich nach dem erfolgreichen Festivalsommer 2013 mit neuen Ideen. Klassik-Fans dürfen sich freuen. shz.de gibt einen Überblick über das Programm.

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erstellt am 25.Feb.2014 | 13:52 Uhr

Neumünster | Ein Intendant ist manchmal nichts anderes als ein privilegierter Fan. „Dass Elton John kommt, hat schlicht und ergreifend mit meiner Leidenschaft für seine Musik zu tun“, sagte Christian Kuhnt gestern in Neumünster.  Einen Bezug zu Norddeutschland, wie ihn ein Großteil des  Programms hat,  konnte er beim britischen Superstar jedenfalls nicht nachweisen. Elton John beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF),  damit wird eine Leitlinie deutlich, die Kuhnt dem Festival (5. Juli bis 31. August) verordnet hat – es darf gerne etwas populärer werden. „Wir wollen  neue Zuschauergruppen gewinnen“, sagt der Intendant, der noch einiges mehr verändert hat.

Eine Veränderung stand direkt neben ihm auf der Bühne und ließ ihn anfangs kaum zu Wort kommen. Sol Gabetta, argentinische Powerfrau am Cello, wird die Porträtkünstlerin in diesem Jahr, sie wird rund acht Wochen im Land bleiben und 17 Konzerte geben –  für eine Künstlerin, die sonst fast das ganze Jahr um die Welt reist, eine echte Umstellung. „Ich freue mich drauf, auch weil ich das Programm selbst entwickeln konnte und weil dich das Land kennenlernen kann“, sagte Gabetta. Sie ist – trotz Elton John und anderer prominenter Künstler – schon jetzt das Gesicht des diesjährigen SHMF. Dass sie neben vielen Komponisten auch Mendelssohn spielen wird, lässt sich mit der nächsten Neuerung begründen. Es gibt keinen Länderschwerpunkt mehr, vielmehr steht ein Komponist im Mittelpunkt des Sommers. Felix Mendelssohn, gebürtiger Hamburger und   Vertreter der Romantik, ist der Name, unter dem sich ein Großteil des Festivals zusammenfassen lässt. „70 Prozent des Programms haben wohl in irgendeiner Weise mit ihm zu tun“, sagte Kuhnt. Sol und Felix – Sonne und Glück –  als  Protagonisten des Sommers, es gibt schlechtere Vorzeichen.

Und dass Kuhnt und seine Mitstreiter sich wieder aus den Zentren in die Fläche bewegen,  alte Spielstätten wiederentdecken oder gar ganz neue gefunden haben, belegen die Zahlen: 164 Konzerte – im vergangenen Jahr waren es 118 –   in 59 Orten und 84 Spielstätten. Eine davon war der Ort der Programm-Präsentation, die Auktionshalle der Neumünsteraner Holstenhallen. Dort, wo sonst Rinder für die Auktion auf die Bretter getrieben werden, saßen die Verantwortlichen und erzählten von ihren Plänen, mit Heuballen im Rücken, die rustikale Inneneinrichtung im Blick. Die Auktionshalle ist erstmals Spielstätte des SHMF, dort werden sich am 6. August zwei Pianisten   zum Tasten-Duell gegenübersitzen. Sechs Runden und nur ein Sieger: Neumünster sucht den Superpianisten; wie gesagt, es soll populärer werden beim SHMF.

Regionaler als in den vergangenen Jahren ist das Programm ohnehin. Mendelssohn bildet lediglich den Grund, auf dem sich viele norddeutsche Künstler tummeln. Axel Prahl, gebürtiger Eutiner und bekannter Schauspieler, wird mit seiner Band auftreten, Klaus Florian Vogt, in Bayreuth hochverehrter Wagner-Tenor aus Brunsbüttel, wird unter anderem beim Eröffnungkonzert singen, Ina Müller tritt an ihrem Geburtstag auf Sylt auf, Rocko Schamoni, Lütjenburger Dorfpunk und Studio Braun-Begründer, präsentiert die größten Hits, die keine waren.

Dazu kommen zahlreiche andere nationale und internationale Größen wie Sabine Meyer, Martin Stadtfeld, Bobby McFerrin, Grigory Sokolov, Christian Brückner, Hannelore Elsner.

Und dann ist da natürlich noch Elton John. Der spielt am 12. Juli in der Kieler Sparkassen-Arena. Christian Kuhnt bleiben also noch ein paar Monate, den  Bezug  zwischen der Region  und dem  Briten ausfindig zu machen.  Und auch wenn das nicht gelingt, werden gewiss viele Besucher kommen.

Hier die Highlights des SHMF zum Durchklicken:

 

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