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Zentrale Feier : SH feiert Erntedank in Süderbrarup

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gottesdienst, Festumzug und buntes Treiben auf dem Süderbraruper Marktplatz waren die Zutaten der zentralen Erntedankfeier des Landes.

Süderbrarup | Das Landeserntedankfest in Süderbrarup war – nicht zuletzt wegen des hervorragenden Wetters – ein Publikumserfolg. Mehrere tausend Menschen bevölkerten den Marktplatz, den rund 40 Organisationen in ein buntes Festareal verwandelten. Etwa 500 Menschen zogen in dem von der Kreislandjugend mit der Erntekrone angeführten Festzug mit und etwa 800 Besucher fanden sich zum Festgottesdienst im Zelt auf dem Süderbraruper Marktplatz ein.

Thema der Predigt und der Grußworte war die Stellung und Behandlung der Lebensmittel auf Erden. Alle Redner dankten den Landwirten für ihr Werk.

Bischofsvertreter Gothart Magaard nannte sie „Erntehelfer Gottes“. Er habe bei seinen Besuchen in der Region bei dieser Berufsgruppe immer wieder großes Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft festgestellt. Dies sei auch der biblische Auftrag. „Als Botschafter Gottes ist der Mensch dazu angehalten, in seinem Namen die Erde zu hüten“, fuhr er fort. Doch dies sei nicht mehr auf die direkte Umgebung beschränkt. „In dem globalen Dorf Erde gehören auch die Bäuerin aus Peru und die Aids-Waise aus Somalia dazu.“

Auch Landwirtschaftsminister Robert Habeck würdigte den Teil der Ernte, der nicht von Menschen beeinflusst werden kann. „Der Begriff Gabe passt nicht ins ökonomische System“, sagte er. Man könne sie nicht aus eigener Kraft oder durch Tüchtigkeit erwirken oder zurückzahlen und habe keinen Anspruch darauf. Man könne nur dafür danken. Weiterhin dankte er den Landwirten für ihre Arbeit auf den Feldern. „Dass das tägliche Brot gegeben wird, ist eine hohe Leistung“, stellte er fest.

„Die Nachfrage nach Lebensmitteln steigt“, stellte Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbandes fest. Eine Milliarde Menschen hungere. Die Lösung des Problems sei eine nachhaltige Produktion, um die knappen Ressourcen effektiver zu nutzen. Zugleich kritisierte Schwarz die Verschwendung von Lebensmitteln. Die Hälfte dieser Verschwendung finde während der Produktion, der Nachernte und der Lagerung zumeist in Ländern statt, in denen gehungert werde. „Die andere Hälfte, das müssen wir selbstkritisch sagen, liegt bei der Weiterverarbeitung, der Auslieferung und dem Konsum“, so der Bauernpräsident.

Birgit Feddersen, Vorsitzende des Landfrauenverbandes brach das Motto des Landeserntedankfestes „Leben braucht Wurzeln – ernten, danken, geben“ auf die Familie herunter. „Eltern sollen ihren Kindern Wurzeln und Flügel geben“, erklärte sie. Die Ernte sei dann die Liebe der Kinder.

Nach dem Gottesdienst war das Fest auf den Marktplatz freigegeben. Insbesondere kirchliche und pädagogische Vereine sowie Institutionen nutzten die Gelegenheit zur Darstellung und Budget-Verbesserung durch kleine Verkäufe. Das gesamte Spektrum heimischer Gemüse wurde angeboten. Und die Landwirte erklärten an Beispielen die Notwendigkeiten ihrer Arbeit. Großen Zulauf hatte ein vierstöckiger Schweinetransporter, in dem sich bereits in der ersten Stunde 500 Menschen über die Lebensumstände von Schweinen beim Transport informierten.

Parallel dazu lief ein Musikprogramm im Zelt, wo die Besucher bei Spanferkel am Spieß sowie Kaffee und Kuchen die Musik der „Schrägen Vögel“, des Männerchors Süderbrarup, der Fidelen Musikanten und der Jagdhornbläser verfolgen konnten.

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erstellt am 06.Okt.2013 | 19:16 Uhr

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