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CD-Tipp der Woche : Selbstkritischer Widerstand

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Die Rockformation Diskokugel ist "Zusammen dagegen“. Kantiger, deutschsprachiger Indie-Rock mit textlichem Tiefgang – so macht Widerstand Spaß.

Bass, Gitarre, Schlagzeug, Gesang, Keyboard. Fertig und los. Mit gängigen Star-Klischees wird bei der Rockformation Diskokugel ratzfatz aufgeräumt: „Stell dich ins rechte Licht! Beschmier dich mit Hundekot! Du glaubst an den Rock n Roll, doch du bist leider ein Idiot.“ Um die Schwierigkeit, jenseits der wenigen „Großen“ von Musik zu leben, dreht es sich auf deren neuem Album „Zusammen dagegen“ nicht nur im Opener „Hobbyrock“ - alles endet in der Erkenntnis, „ich nehm den ganzen Scheiß nicht ernst“.
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Irgendwo in und um Darmstadt herum gehen die vier - dem Foto nach zum Ende ihres dritten Lebensjahrzehnts hin stolpernden – Mannen für die nötige Kohle zwecks Überleben malochen. Nebenher produzieren sie seit 1997 auf hohem Niveau druckvollen Indie-Rock mit jeder Menge Kanten. Letzteres bezieht sich nicht nur auf die Songs, die nebst immer wieder überraschenden Wechseln auch sphärische Passagen mit Querflöte und Becken oder HipHop-Grooves samt fiesen Synthies bieten. Textlich kreist es witzig, schlagfertig, selbstkritisch und deutsch um Lust und Leid des Daseins als Musiker (Die Liebe zur Musik), das altbekannte - aber hier interessant verpackte - Aufbegehren gegen gesellschaftliche Normen (Hey Lutz!) oder verbale Abrechnungen mit alten Freunden (Wo du hin willst) und -innen (Weich wie mein Handschlag).


Wer es mag, nicht nur der Musik zu lauschen, wer von einer legendären Truppe namens Fehlfarben gehört hat (mit denen die Jungs befreundet sind), der ist bei Rockformation Diskokugel ziemlich gut aufgehoben.


Am 23. Oktober spielt die Rockformation Diskokugel in Hamburg im Komet (Kiez, Erichstraße 11).


Rockformation Diskokugel - „Zusammen Dagegen“ (VÖ: 11.9.; ata tak/Broken Silence)

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erstellt am 04.Sep.2009 | 08:31 Uhr

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