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Buchtipp der Woche : Seelenstriptease mit Tiefgang

vom

In "Der Tod meiner Mutter" beschreibt Georg Diez das Krebsleiden seiner Mutter - schildert die Hilflosigkeit, die Verzweiflung und seine Emotionen gegenüber der Krankheit.

shz.de von
erstellt am 22.Jul.2010 | 04:54 Uhr

Es ist der Herbst des Todes. Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, denn viele Bücher, die am Ende dieses Jahres erscheinen, beschäftigen sich mit dem Thema Krebs im allgemeinen und dem Thema Sterben und Tod im besonderen. So auch das kleine Büchlein "Der Tod meiner Mutter" des Journalisten Georg Diez. Er beschreibt sprachlich sehr gekonnt das Krebsleiden seiner Mutter, und schildert dazu die Hilflosigkeit, die Verzweiflung und – was dem Buch besonders zu Gute kommt – seine eigene Kälte und Härte gegenüber der Krankheit und daraus resultierend auch der Person seiner Mutter. Dabei schreckt er nicht davor zurück, die Momente zu schildern, in denen ihm seine Mutter fremd wird, in denen er kurz davor ist, sie fallen zu lassen. Das macht das Buch sehr ehrlich. Und es ist zuweilen so intim, in den Todeskampf dieser Hannelore Diez zu schauen, dass es nicht immer leicht ist, weiter zu lesen – eben weil ihr Sohn in der Lage ist, den Leser mit ins Sterbezimmer zu holen. Wer diesen Weg nicht scheut wird in "Der Tod meiner Mutter" nicht nur viel über eine tödliche Krankheit lernen, sondern auch über das endende gemeinsame Leben von Eltern und Kindern.

Georg Diez: "Der Tod meiner Mutter", Verlag Kiepenheuer und Witsch, ISBN: 978-3462041422, 199 Seiten, 16,95 Euro

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