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„Mit dir sofort und ohne Ende“ : Schleswiger Domschüler und König von Mallorca: Jürgen Drews wird 70

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Herzlichen Glückwunsch „Onkel Jürgen“: Der Schlagersänger feiert am Donnerstag einen runden Geburtstag. Seine Karriere begann Drews in Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 20:05 Uhr

„Ein Bett im Kornfeld, das ist immer frei,
Denn es ist Sommer und was ist schon dabei?
Die Grillen singen und es duftet nach Heu,
wenn ich träume.“

Jeder, egal ob Schlager-Fan oder nicht, hat diese Zeilen wohl so auf so mancher Party laut mitgegröhlt. Und irgendwie mag auch jeder, egal ob Schlager-Fan oder nicht, den Sänger diesen Zeilen. Denn Jürgen Drews ist manchmal schrill, manchmal peinlich – aber immer authentisch. Und das macht ihn seit über 50 Jahren auf den Bühnen so symphatisch. Über 50 Jahre? Ja, denn Jürgen Drews wird am 2. April 70 Jahre alt.

Er wurde 1945 nahe Berlin geboren, wuchs aber in Schleswig-Holstein auf. Die Familie flüchtete aus der Großstadt. Drews Vater, ein ehemaliger Wehrmachtsarzt, eröffnete eine Praxis in Schleswig. Als Teenager steht er das erste Mal auf der Bühne. „Ich hätte ums Verrecken nicht gesungen. Ganz hinten stand ich und habe mit zittrigen Händen mein Banjosolo gespielt.“ Dafür heimste er als 15-Jähriger auch seinen ersten Titel ein: als bester Banjo-Spieler des Landes.  An der Domschule Schleswig machte er sein Abitur.

Drews war ehrgeizig und gut, lernte die Gesangscombo Les Humphries Singers („Mama Loo“, „Mexico“) kennen, mit denen er in den 1970ern Erfolge feierte.

Das sei auch die Zeit gewesen, in der er sein Faible für den Schlager entdeckte - jenes Genre, dass er zuvor immer mit Verachtung gestraft hatte. „Schlager war für mich lange das Schlimmste, was es überhaupt gab“, gibt er zu.

Heute geht er entspannter mit dem Label Schlager um. „Die Geschichte mit dem Schlager hat ja alles Gute gebracht, was ich mir nur denken kann“, sagt er. Seine Musik ist eben nicht gemacht für das stille Kämmerlein. Sie ist für das Partyvolk, das singen will, tanzen will, Hände in die Höhe und hoch die Tassen - ganz egal, ob man es nun Pop, Dance oder eben schlicht Stimmungsmusik nennt.

Das Medizinstudium an der Kieler Christian-Albrechts-Universität schmiss er hin – aus Liebe zur Musik. Er legte als Solokünstler los und hatte 1976 mit „Ein Bett im Kornfeld“ seinen Durchbruch.

Über die Entstehung des Liedes sagt er: „Das ist alles so passiert: Ich bin nach St. Tropez getrampt und traf ein sehr hübsches Mädchen. Sie fuhr nur kein Fahrrad, sondern Cabrio“.

Neben seiner Gesangskarriere übernimmt er auch kleinere Filmrollen, moderiert die „Deutsche Schlagerparade“ - musikalisch ist es in den 1980ern eher ruhig um ihn.

Aber „Onkel Jürgen“ kommt zurück: In den 1990er Jahren startet er mit des Partyversion seines Sommerhits noch einmal durch, festigt sein Image als schriller Spaßvogel mit schillernden Anzügen und schrägen TV-Auftritten. Als „König von Mallorca“ steht er in der Feriensaison noch immer Montagnacht für Montagnacht auf der Bühne des Feierclubs Mega Park am Ballermann. Den Spitznamen hat er übrigens von Thomas Gottschalk 1999 in einer „Wetten dass“-Sendung erhalten.

Als Kunstfigur will er sich jedoch nicht begriffen wissen: „Ich bin wie ich bin, ob nun einer hinschaut oder nicht. Und ich mag es einfach auch mal anzuecken“, sagt er. Eben authentisch und sympathisch.

Wer „Ein Bett im Kornfeld“ einmal live erleben möchte, hat dazu am 2. Mai Gelegenheit.  Bei „Kalkberg 2015 – Schlager, Kult und Party“ in Bad Segeberg steht Jürgen Drews neben Anna Maria Zimmermann, Peter Wackel, Ireen Sheer, Cordalis und Achim Petry auf der Bühne.

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