Peter Rühmkorf : Rühmkorfs spannende Jazz-Lyrik-Experimente

Lyrik und Jazz-Musik lönnen sich ergänzen und bereichern. Das belegt eine neue Edition, die Stephan Opitz herausgegeben hat.

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19. Dezember 2009, 09:21 Uhr

Welche Vielfalt an Melodien aus der Sprache entstehen kann, das hat Peter Rühmkorf in seinen Gedichten oft genug nachgewiesen. Dass aber auch Lyrik und Jazz-Musik sich gegenseitig ergänzen und bereichern können, belegt eine neue Edition, die Stephan Opitz im Hamburger Hoffmann & Campe Verlag herausgegeben hat. Opitz, der mit Rühmkorf befreundet war und seinen Nachlass bei der Arno-Schmidt-Stiftung mitbetreut, hat aus unzähligen Tonbändern, Kassetten und CDS - 700 Stunden Material insgesamt - ein umfassendes Werk der Rühmkorfschen Jazz-Lyrik-Experimente mit dem Pianisten Michael Naura und dem Vibraphonisten Wolfgang Schlüter zusammengestellt, das die ganze Bandbreite dieser lohnenden Verbindung zeigt. Rühmkorfs Lyrik jedenfalls wurde durch diese zweidimensionale Kompositionsform bereichert: "Unsere gemeinsame Tätigkeit hat mich auch sehr beeinflusst, die Organisationsformen, was ich an Lyrik mache, zu öffnen." Aber auch die Interpretationen der Jazz-Lyrik-Verse öffneten und änderten sich. Das wird an den drei Versionen von "Phoenix voran!" deutlich. Vielleicht der spannendste Teil dieser CD-Box, denn an dem Phoenix zeigt sich, wie vielfältig diese musikalischen Zeilen die Stimmungen des Hörers beeinflussen können.
Die drei Herren hatten hörbar Spaß an dem, was sie gemeinsam schufen. Oder wie Peter Rühmkorf zu sagen pflegte, wenn ihm etwas gut gefiel: "Das geht, Kinder!"

CD: Peter Rühmkorf, "Jazz&Lyrik. Aufnahmen 1976-2006", Stephan Opitz (Hg.), Edition der Arno-Schmidt-Stiftung, Hoffmann und Campe, ECM, 3 CDs mit Beibuch.

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