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Gut Fresenhagen bei Stadum : Rio Reisers Haus sucht einen neuen Besitzer

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Am Mittwoch soll das Anwesen in Nordfriesland zwangsversteigert werden. Die Familie des verstorbenen Musikers wollte eine Begegnungsstätte einrichten, will aber nicht mehr mitsteigern. Die Unterhaltung des Hofes ist zu teuer.

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erstellt am 22.Apr.2014 | 05:30 Uhr

Stadum | Das ehemalige „Schloss" Gut Fresenhagen des „Königs von Deutschland" Rio Reiser kommt am Mittwoch unter den Hammer. Um 9.15 Uhr wird der in Nordfriesland liegende Hof vom Amtsgericht Niebüll zwangsversteigert. Der Verkehrswert für den 18 Zimmer großen Hof beträgt 299.000 Euro.

Rio Reisers Familie hatte nach dem Tod des Musikers den Hof zunächst als Museum betrieben, aber das Anwesen 2011 wegen zu hoher Unterhaltungskosten verkauft. Neue Eigentümerin wurde eine Sozialarbeiterin, die dort eine Jugendhilfe betrieb. Die HypoVereinsbank hat die Zwangsversteigerung beantragt. Reisers Familie wollte zunächst mitbieten, um auf dem Hof eine kulturelle Begegnungsstätte einzurichten.  Doch im letzten Monat erklärte Reisers jüngerer Bruder Gert Möbius seinen Verzicht: „Ich werde nicht mitbieten, um das Haus zurückzukaufen." Die Unterhaltung des Hofes ist zu teuer und allein für die Familie nicht zu stemmen.  Nachdem das Kulturministerium die Bitte um finanzielle Hilfe ausschlug, ist der Traum von der Begegnungsstätte und einem Reiser-Museum in Fresenhagen endgültig vorbei. „Ich habe dargestellt, welchen Wert das Haus für die Region Nordfriesland hat, und eine sehr freundliche, aber eindeutige Antwort bekommen“, sagt Peter Möbius. Die Brüder des verstorbenen Musikers wollen nun in Reisers Geburtsstadt Berlin ein Museum einrichten. „Wir bleiben dran, das ist ja auch Zeitgeschichte", sagt Gert Möbius.

 

Reisers Rock-Band „Ton Steine Scherben" hatte 1975  den Hof für 50.000 D-Mark gekauft. Die Musiker lebten dort zusammen und produzierten ihre Alben. Nach der Auflösung der Gruppe lebte und arbeitete Reiser weiter auf Gut Fresenhagen, wo er 1996 mit 46 Jahren starb. Die ehemalige  Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hatte sich dafür eingesetzt, dass Reiser auf seinem Gut beerdigt werden durfte. Mit dem Verkauf des Geländes wurde Reisers Grab nach Berlin-Schöneberg auf dem Alten Sankt Matthäus-Kirchhof umgebettet.

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