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Hörbuch-Tipp : Politikersprüche im Konzentrat

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Fetzige Rededuelle und markige Sprüche - der Wahlkampf lässt nicht mehr lange auf sich warten. Wer Entzugserscheinungen hat, kann sich die "Sternstunden" der Politikerreden als Hörbuch anhören.

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erstellt am 12.Aug.2009 | 05:58 Uhr

Es gibt Politikerreden, die verändern die Welt, Sprüche und Zitate, die noch lange Zeit danach in Erinnerung bleiben. Kennedy bekennt sich als "Berliner" oder Genscher setzt in Ungarn zum berühmtesten Halbsatz der Geschichte an: "Ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen zu sagen, dass heute Ihre Ausreise..."
Und dann gibt es Zitate, die eher unglücklich bekannt werden. Legendär im unfreiwillig-komischen Sinne: Braunbär Bruno, der sich einst durch Bayern wilderte, schaffte vor allem durch die unbeholfene Rede von Edmund Stoiber den Schritt vom "Schadbär" zur Berühmtheit. Und einen Sommer lang sang halb Deutschland mit Gerhard Schröder: "Hol mir mal ne Flasche Bier". Solche "Sternstunden" aus den Reden der Politiker hat der Journalist Ulrich Sonnenschein akribisch gesammelt und zusammengestellt. In O-Tönen kommen Stoiber, Schröder und Merkel erneut mit ihren markigsten Aussagen zu Wort. In seinem Hörbuch "Wir pfeifen nicht nach Ihrer Tanze", versucht Sonnenschein, anhand der skurrilsten Politiker-Aussagen, das politische Gefüge in Deutschland näher zu bringen.
Der Schadbär und der Transrapid
Die Highlights liefert vor allem der ehemalige bayerische Ministerpräsident. Neben der allseits beliebten Schadbär-Rede kommt Edmund Stoiber noch einmal mit seiner kongenialen Erklärung des Transrapids zu Wort. Überhaupt scheinen die Bayern die besten Sprüche auf Lager zu haben, denn auch Franz Josef Strauß ist mit einer Reihe von O-Tönen vertreten.
Ulrich Sonnenschein kommentiert seine Zitate-Sammlung sehr ausführlich. Allerdings kommen die eigentlichen Aussagen wegen der einordnenden Aufbereitung des Journalisten teils nicht richtig zur Geltung oder scheinen allzusehr aus dem Zusammenhang gerissen. Dennoch: Bei Entzugserscheinungen im Sommerloch macht die O-Ton Sammlung Laune auf einen baldigen, möglichst originellen Wahlkampf. Aus rhetorischer Sicht gesehen leider ohne Stoiber.

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