zur Navigation springen

Wacken Open Air 2017 : Noch drei Monate bis zum WOA: Jetzt kommt der Umbau zum Metal-Mekka

vom

Die Festival-Saison steht bevor. Auch SH hat mit dem Wacken Open Air ein Riesen-Spektakel. Derzeit wird noch an einer unterirdischen Bier-Pipeline gearbeitet.

von
erstellt am 01.Mai.2017 | 14:49 Uhr

Wacken | Megadeth, Volbeat, Alice Cooper und Marilyn Manson: Das Wacken Open Air hat für Anfang August viele bekannte Musiker auf dem Programm - und eine Menge Geheimtipps. Etwa 120 Bands wurden bestätigt, insgesamt 150 sollen dann vom 3. bis 5. August die Bühnen auf dem weltgrößten Metal-Festival rocken. Eine Auswahl der Bands sehen Sie hier.

Das Wacken Open Air hat sich seit den Anfängen als Geheimtipp mit sechs Bands in 1990 stetig vergrößert. Das alljährliche „Metal-Mekka“ ist für die Region ein Aushängeschild für ein lautes, aber friedliches Fest und stärkt den kleinen Ort sowohl kulturell als auch wirtschaftlich. Aus dem Festival haben sich viele weitere Veranstaltungen, aber auch Projekte zur Musikförderung entwichkelt.

Das Festival-Team bereitet bereits seit Monaten das Line-Up und das Gelände vor - jetzt aber folgen die entscheidenden Wochen. „Kabel und Bierleitungen müssen verlegt werden und das Gelände wird etwa drei bis vier Wochen vor dem Festivalbeginn fürs Open Air vorbereitet“, erklärt Festival-Sprecherin Anna Lorenz. Die Leitungen für Bier kommen dafür erstmals unter die Wackener Erde.

Das bedeutet Platz für zahlreiche Bühnen, jede Menge Bier- und Foodstände und Attraktionen für Zehntausende Camper. Das gesamte Dorf im Kreis Steinburg trägt dann einmal mehr schwarz.

300 Meter Bühnenkonstruktion. Foto: Michael Ruff
300 Meter Bühnenkonstruktion. Foto: Michael Ruff

In den vergangenen Jahren hieß das für mehr als 80.000 Metal-Fans: Die Tickets bucht man am besten bereits in den ersten Stunden nach Freigabe. Seit 2007 ist das WOA standardmäßig ausverkauft, 2014 bis 2016 sogar innerhalb der ersten Tage. Mitte 2016 waren die ersten 60.000 Karten für das diesjährige Festival denn auch schnell weg. Und doch: Es gibt auch drei Monate vor dem Wacken Open Air 2017 noch Tickets. Nach den Erfolgen in den letzten Jahren, in denen das Festival binnen Stunden ausverkauft war, wirkt das zunächst verwunderlich. Sind die Fans etwa metalmüde geworden?

„Viele denken bereits, dass wir ausverkauft sind. In der Tat gehen aktuell die letzten Tickets über den Tresen. Über die Gründe, warum und weswegen wir bis jetzt noch Tickets haben, können wir nur spekulieren“, sagt WOA-Sprecherin Anna Lorenz. „Wir hatten eine Ticketpreiserhöhung, die vielleicht ein Faktor sein könnte.“ Das Festival ist in den vergangenen Jahren immer teurer geworden. In diesem Jahr kosten drei Tage WOA 220 Euro. „Dafür entfällt aber die Gebühr für die Frühanreise“, sagt Lorenz. Damit meint sie die Camper, die schon vor dem Festivalbeginn ihr teils aufwändig ausgearbeitetes Domizil hochziehen - auch um die besten Plätze nahe dem Bühnengelände zu bekommen. „Außerdem sind alle Toiletten und Duschen kostenlos“, fügt Lorenz hinzu.

Zum Vergleich: Das eine Woche später stattfindende Metal-Festival Party.San in Thüringen kostet 85 Euro für drei Tage - allerdings treten wesentlich weniger Bands auf. Die anderen großen Rock-Festivals Rock am Ring und Hurricane liegen mit  210 bzw 199 Euro auf ähnlichem Preisniveau wie das WOA. Auch für diese Festivals sind noch Karten zu haben - und das obwohl Rock am Ring Rammstein als Headliner gewinnen konnte.

Spaß ist, was man daraus macht: Das Wetter lud auch 2016 zu Schlammschlachten ein.
Spaß ist, was man daraus macht: Das Wetter lud auch 2016 zu Schlammschlachten ein. Foto: dpa

Ein weiteres Problem könnte die unsichere Wetterlage sein. „In den letzten zwei Jahren mussten die Metalheads einiges aushalten. Eventuell hat das Eindruck hinterlassen und bei einigen ist die Festivallust weniger geworden“, überlegt Anna Lorenz. Denn im vergangenen Jahr hat das Wetter es nicht gut gemeint mit den Musikfans. Das WOA versank immerhin „nur“ einmal mehr im Schlamm. Das Hurricane wurde aber von einem Gewitter heimgesucht und musste abgebrochen werden. Statt Musik von der großen Bühne zu hören, mussten die Festivalgänger sich in die Autos verkriechen und dem Regen auf dem Autodach lauschen. Rock am Ring meldete landunter und wurde abgebrochen.

In Wacken hofft man natürlich auf gutes Wetter, bereitet sich aber auch auf Regen vor, der sich in den vergangenen Jahren als Dauergast auf das Festival geschlichen hatte. „Wir haben im letzten Jahr das Infield im Prinzip einmal komplett umgegraben, begradigt und das vorhandene Entwässerungssystem optimiert sowie weitere sichere befestigte Wege geschaffen“, erklärt Anna Lorenz. Der teils fast kniehohe Schlamm dürfte also diesmal zumindest vor den Bühnen ausbleiben.

„Dass wir nicht sofort ausverkauft waren, ist nun mal so und für uns nicht das Ende der Welt. Wir haben 55.000 Tickets innerhalb der ersten Stunde verkauft, das ist Wahnsinn und ein großer Vertrauensbeweis. Aktuell haben wir noch ein paar Restkarten und sind zuversichtlich, dass wir zum 11. Mal hintereinander ein Sold Out vermelden können“, sagt sie.

Mehr über das Festival lesen Sie auf unserer Dossierseite unter shz.de/wacken oder in einer großen Multimedia-Reportage zum Juliläum im Jahr 2014.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen