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Neun Bühnen beim Niederdeutschen Theatertreffen

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Molfsee | Die plattdeutsche Schauspielszene lebt! Das zeigen neun Bühnen aus Schleswig-Holstein beim Niederdeutschen Theatertreffen in Molfsee. Vom 17. bis 25. August führen die Bühnen Elmshorn, Flensburg, Glückstadt, Itzehoe, Kiel, Lübeck, Neumünster, Nordangeln und Süsel je ein Stück auf. Dabei stehen Klassiker wie "Bett un Fröhstück" von Konrad Hansen genauso auf dem Programm wie Übersetzungen von modernen, fremdsprachigen Stoffen wie "Elling" von Bernhard Fathmann.

Die Theatermacher nutzen die Veranstaltung des Niederdeutschen Bühnenbunds Schleswig-Holstein gerne, um zu sehen, was die Kollegen der anderen Theaterhäuser auf die Bretter bringen. Man tauscht sich aus und freut sich gemeinsam über die guten Besucherzahlen. "Wir erreichen mit unseren insgesamt 14 Bühnen jährlich konstant 100 000 Zuschauer", sagt Rainer Seidel, Geschäftsführer des Niederdeutschen Bühnenbunds Schleswig-Holstein, "noch sind wir zufrieden."

Aber Seidel weiß, dass die niederdeutschen Bühnen nur eine Zukunft haben, wenn das Programm junge Gäste lockt. "Früher wurde vom Schenkelklopfer theater gesprochen. Davon können wir nicht ganz weg, weil die Lustspiele von vielen immer noch gerne gesehen werden. Aber ein jüngeres Publikum zu gewinnen, gelingt nur mit modernen Stücken", erklärt Seidel. Da es in Norddeutschland nur wenig Autoren gebe, die zeitgenössische Geschichten erzählen, müssten fremdsprachige Stoffe ins Plattdeutsche übersetzt werden. Ein großer Erfolg war zum Beispiel "Barfoot bet ann Hals", die Übersetzung des Kinoerfolgs "Ganz oder gar nicht". Die Geschichte über arbeitslose Bauarbeiter, die eine Striptease-Tanzgruppe gründen, wurde auf vielen Bühnen inszeniert.

Die Übersetzung zu "Barfoot bet ann Hals" lieferten Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, von denen in diesem Jahr gleich zwei Bearbeitungen beim Niederdeutschen Bühnentreffen zu sehen sein werden: "Acht Fruuns" (NB Flensburg) und "Elling" (NB Süsel) sind weitere Belege für den Erfolg von übersetzten Geschichten. "Das funktioniert natürlich nur, wenn die Handlungen in unsere Landschaft hineinpassen", sagt Seidel.

Neben Übersetzungen sind Komödien beliebt beim Publikum, was auch in Molfsee zu spüren ist: Alle neun Stücke des Theatertreffens sind lustige Werke. "Als Bühne ist man geneigt, Lustspiele zu zeigen, weil sie mehr Zuschauern anziehen", sagt Seidel, "aber man muss auch zeigen, dass man anders kann." Ernste Stoffe könnten Bühnen aber nur ins Programm aufnehmen, wenn sie ein breites Stammpublikum haben, dass sich auch mal eine Tragödie oder ein Drama anschaut.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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