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Drama um das SH-Landestheater : Nach Absage aus Schleswig: Warten auf eine Lösung

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Absage aus Schleswig bringt das ganze Theater-Konzept durcheinander. Man sollte der Stadt mehr Zeit für eine Alternative geben. Ein Kommentar von Martin Schulte.

Schleswig | Nur im Theater ist es möglich, schmale Handlung in große Dramen zu verwandeln. Dazu braucht es neben einer originellen Inszenierung und einiger begabter Darsteller auch noch intelligente Dialoge. Samuel Beckett hat aus der reinen Perspektivlosigkeit großartiges Theater gemacht: „Warten auf Godot“ ist ein Klassiker.

Natürlich läge es nach den Ereignissen des gestrigen Tages nahe, die gereizte Stimmung unter den Landestheater-Verantwortlichen auf die etwas platte Pointe „Warten auf Schleswig“ zur reduzieren. Damit aber würde man der komplizierten Situation nur zum Teil gerecht.

Fest steht: Schleswig hat sich die derzeitige Situation selbst zuzuschreiben. Mit dem „Nein“ zu einer neuen Bühne auf dem Hesterberg hat sich die Stadt gegen die große Theater-Lösung entschieden. Das muss man respektieren. Unverständlich allerdings ist, warum seit über einem Jahr kein belastbares Konzept für eine Spielstätten-Alternative präsentiert wird.

Wer in der Schleistadt – trotz der eindeutigen Absage der Kulturministerin – ernsthaft geglaubt hat, vom Land würden Mittel in einen Neubau am alten Standort im Stadtzentrum fließen, der hätte einfach einmal rechtzeitig nachfragen müssen. So aber ist wertvolle Zeit verstrichen. Die Kritik aus der Schleistadt an der Ministerin wirkt da eher wie eine verzweifelte Trotzreaktion.

Nun aber gilt es, eine Lösung zu finden, immerhin geht es auch um die über 300 Mitarbeiter der GmbH. Schleswig möchte das Landestheater nicht verlassen, und das Landestheater kann einen Gesellschafter Schleswig gut gebrauchen.

Insofern ist der Vorschlag einer verlängerten Kündigungsfrist für die Stadt an der Schlei eine gute Idee. Ohne Spielstätte müsste die Politik zum 31. Juli ihre Mitgliedschaft in dem komplizierten Theaterkonstrukt kündigen – alles andere wäre aus finanzieller Sicht unverantwortlich.

Warum also nicht die Tür etwas länger aufhalten und endlich zur sachlichen Diskussion zurückkehren? Dann könnte der Titel des Dramas „Warten auf eine Lösung“ heißen. Das klingt doch gleich viel besser.

 

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erstellt am 02.Apr.2015 | 09:39 Uhr

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