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West Side Story und mehr : Musical-Boom in Hamburg und SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Hamburg geht es wild zu, in Kiel und Neumünster stehen Klassiker auf dem Programm.

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 19:40 Uhr

Hamburg ist eine der wichtigsten Musical-Metropolen weltweit und kann hierbei durchaus mit New York und London mithalten. Nun kommen zwei weitere Häuser hinzu. Im Herbst will das Unternehmen Stage Entertainment mit dem „Wunder von Bern“ die Kulturszene reicher machen, 2015 zieht Mehr! Entertainment mit einem noch geheimgehaltenen Stück nach. In Kiel und Neumünster gibt es derweil jeweils kurze Phasen eines Musical-Booms zu spüren.

In Hamburg geht es wild zu: Die musikalischen Darbietungen handeln von Phantomen, niedergeschlagenen Boxern, Löwenkönigen, Träumen kleiner Jungs und wohl bald auch von wilden Riesen-Gorrilas. Die Musical-Landschaft in der Hansestadt boomt wie eh und je. Nachdem Stage den Neubau eines Theater-Komplexes gleich neben der Spielstätte von Disneys „König der Löwen“ in Steinwerder im Hafen bereits weitgehend fertiggestellt hat, – am 23. November wird dann die Premiere vom „Wunder von Bern“ stattfinden – baut Mehr! An de Großmarkthalle hinter dem Hauptbahnhof.

„Wir sind im Plan“, berichtet die Sprecherin von Mehr!, Anne-Marie Theurich. Gerade wird die Bühnenrückwand eingebaut, die Maschinen laufen auf Hochtouren. Im westlichen Teil der mittleren Halle laufen seit Ende 2013 die Bauarbeiten. Bauende wird Jahresende sein. Es waren akribische Vorbereitungen, denn wo jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Obst und Gemüse umgeschlagen werden, kann man Baustaub nicht gebrauchen. So wurde in einem ersten Schritt die Marktfläche von der über 4000 Quadratmeter großen Theater-Grundfläche räumlich getrennt sowie hermetisch abgeschlossen. Die Gerüstkonstruktion war 21 Meter hoch und zeigte an, in welch opulentem Maß hier geplant wird.

Obwohl Mehr! Eröffnungstermin und -veranstaltung sollen erst Anfang November bekanntgegeben werden. So hält sich hartnäckig das Gerücht, dass dann „King Kong“ unweit von den für ihre sublimen Kunstausstellungen bekannten Deichtorhallen sein Unwesen treibt. Das neue Theater soll vor allem durch seine vielfältigen, den Stücken angepassten Verwandlungsmöglichkeiten hervorstechen und Raum für Theater-, Musicalproduktionen, Shows, Events, Rock- und Popkonzerte sowie Ausstellungen bieten. Der Saal ist für ca. 2000 Sitzplätze ausgelegt – stehend finden 3600 Zuschauer Platz. Die Bühne ist von 320 bis 1440 Quadratmeter variabel bespielbar und kann von vier Seiten betrachtet werden.

In Kiel feiert Shakespeares „Romeo & Julia“ als Musical am Samstag Premiere unter freiem Himmel an der Förde. Die melancholisch anrührende, aber auch mit einigen Tempo- und Disconummern gewürzte Musik haben die Songschreiber des inzwischen getrennten Popduos „Rosenstolz“ komponiert. „Ex-“Rosenstolz„-Sänger und Komponist Peter Plate ist bei den Proben bis zur Uraufführung dabei und sorgt derzeit fürs Fein-Tuning bei den Darstellern, die live singen und dabei von einer Rock-Popband begleitet werden“, sagt Volker Walzer, Sprecher des Theaters Kiel.

Sämtliche 16 Aufführungen (bis 31. August) – fast 9000 Karten – sind bereits ausverkauft. Die Uraufführung direkt an der Kieler Förde wird zudem an drei Orten in der Landeshauptstadt live übertragen.

Neben Shakespeares Liebestragödie lockt auch die Location am Kieler Ostufer. Unter freiem Himmel sitzen die Zuschauer und können an der Open-Air-Bühne (ebenfalls ohne Dach) vorbei auf die Förde schauen und – schönes Wetter vorausgesetzt – den Sonnenuntergang während den Aufführungen genießen. Hauptdarsteller sind der 1983 geborene Johannes Merz als Romeo und Maxine Kazis (24) als Julia. Bei der Produktion des Schauspielhauses und des Theaters im Werftpark treten Darsteller beider Bühnen auf.

Erwähnenswert ist auch eine Musical-Veranstaltung im Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals. In Neumünster wird morgen und am Samstag auf besondere Weise die legendäre „West Side Story“ von Leonard Bernstein aufgeführt. Dabei spielt das Schleswig-Holstein Festival Orchester unter der Leitung von David Newman live zu den Filmaufnahmen von 1961.

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