Bundesvision Song Contest 2011 : Müttersöhnchen verlieren "mit Stil"

Jubelschreie: Tim Bendzko hält die Trophäe in den Händen. Foto: dpa
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Jubelschreie: Tim Bendzko hält die Trophäe in den Händen. Foto: dpa

Berlin entschied den Bundesvision Song Contest für sich. Schleswig-Holstein landet indes auf Platz 16.

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01. Oktober 2011, 11:06 Uhr

Tim Bendzko hat für Berlin den Bundesvision Song Contest 2011 gewonnen. Mit seinem Titel "Wenn Worte meine Sprache wären" setzte sich der 26 Jahre alte Sänger am Donnerstagabend bei Stefan Raabs Wettbewerb gegen Musiker aus den übrigen 15 Bundesländern durch, darunter Stars wie Juli, Jennifer Rostock, Bosse feat. Anna Loos und Frida Gold. Von bislang sieben der innerdeutschen Musikwettbewerbe hat die Hauptstadt Berlin jetzt drei gewonnen.
Unterdessen landete Schleswig-Holstein mit dem schrägen Electro-Duo Muttersöhnchen Donnerstagabend auf dem letzten Platz. Hart getroffen hat dieses Ergebnis die beiden Jungs im silbernen und güldene Ganzkörperkostüm offenbar nicht: Während Tim Bendzkos Final-Auftritt grienten die Verlierer zufrieden in die Kameras.
Schon im Vorfeld hatten Harry Bum Tschak und MK TopGenie im Interview mit dem shz erklärt, dass sie lieber mit Stil 16. würden, als auf einem langweiligen 12. oder 13. Platz zu landen. "Entweder die Leute wählen uns klar raus", prognostizierte Harry Bum Tschak, "das ist dann ein Statement und wir sind einfach zu schräg für den Wettbewerb. Oder sie wollen uns."
Das Interesse der Fernsehzuschauer war vergleichsweise gering
Der Sieger des Contests ist nach Angaben von ProSieben ein "waschechter Berliner": Bendzko, der Theologie studiert habe, sei bereits Fußballspieler beim 1. FC Union Berlin gewesen und außerdem als Sieger eines Talentwettbewerbs in der Berliner Waldbühne aufgetreten.
Der Entertainer und Musikproduzent Raab präsentierte die TV-Show in diesem Jahr live aus Köln, nachdem vor einem Jahr die Aachener Band Unheilig den Wettbewerb gewonnen und nach Nordrhein-Westfalen geholt hatte. Während vergangenes Jahr noch 2,42 Millionen Menschen zuschauten (9,3 Prozent Marktanteil), waren es in diesem Jahr nur 1,67 Millionen (7,0 Prozent). Auch in der für den Privatsender ProSieben wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sank das Interesse: Von 1,85 Millionen (17,1 Prozent) auf 1,31 Millionen (12,8 Prozent).
Im Jahr 2005 hat Raab den musikalischen Länder-Wettstreit als Gegenveranstaltung zum jährlichen Eurovision Song Contest ausgerufen.
Er arbeitet dabei mit privaten Radiosendern aus ganz Deutschland zusammen. Zur Förderung deutschsprachiger Musik machte er zur Bedingung, dass mindestens die Hälfte eines Beitrags auf Deutsch gesungen wird. Wie beim europäischen Vorbild stimmen die Zuschauer gegen Ende der Sendung per Telefon oder SMS für ihren Favoriten. Die Bundesländer dürfen sich auch selber Punkte geben, was oft passiert.

Die Ergebnisliste (Es gibt wegen gleicher Punktzahlen Platz acht und 13 mehrfach):
1. Platz, 141 Punkte: BERLIN - Tim Bendzko ("Wenn Worte meine Sprache wären")
2. Platz, 111 Punkte: BREMEN - Flo Mega ("Zurück")
3. Platz, 102 Punkte: NIEDERSACHSEN - Bosse feat. Anna Loos ("Frankfurt Oder")
4. Platz, 91 Punkte: BADEN-WÜRTTEMBERG - Glasperlenspiel ("Echt")
5. Platz, 89 Punkte: SACHSEN - Kraftklub ("Ich will nicht nach Berlin")
6. Platz, 86 Punkte: RHEINLAND-PFALZ - Jupiter Jones ("Immerfürimmer")
7. Platz, 76 Punkte: NORDRHEIN-WESTFALEN - Frida Gold ("Unsere Liebe ist aus Gold")
8. Platz, 66 Punkte: HAMBURG - Thees Uhlmann ("Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf")
8. Platz, 66 Punkte: MECKLENBURG-VORPOMMERN - Jennifer Rostock ("Ich kann nicht mehr")
10. Platz, 26 Punkte: BAYERN - Andreas Bourani ("Eisberg")
11. Platz, 17 Punkte: SAARLAND - Pierre Ferdinand et les Charmeurs ("Ganz Paris ist eine Disco")
12. Platz, 13 Punkte: THÜRINGEN - Alin Coen Band ("Ich war hier")
13. Platz, 12 Punkte: BRANDENBURG - Doreen ("Wie konntest du nur")
13. Platz, 12 Punkte: HESSEN - Juli ("Du lügst so schön")
13. Platz, 12 Punkte: SACHSEN-ANHALT - Flimmerfrühstück ("Tus nicht ohne Liebe")
16. Platz, 8 Punkte: SCHLESWIG-HOLSTEIN - Muttersöhnchen ("Essen gehn")

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