Fotos aus der Ausstellung in Büdelsdorf : Mongolei, Mythos und Moderne: So beeindruckend wird die NordArt 2015

Jahr für Jahr zieht die NordArt tausende Kunstfreunde nach Büdelsdorf. 2015 sorgen mongolische Künstler für Aufsehen.

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03. Juni 2015, 12:28 Uhr

Büdelsdorf | Das Riesenreich des Dschingis Khan im 13. Jahrhundert, Jurten-Zelte in der Steppe und tollkühne Reiter gehören zu den Mythen, die viele im Westen mit der Mongolei verbinden. Dass das wenig wahrgenommene Land zwischen Russland und China längst den Anschluss an die moderne Kunst geschafft hat, vermittelt eindrucksvoll die 17. internationale Kunstausstellung „NordArt“. Die Mongolei ist diesmal Länderschwerpunkt mit rund 100 Arbeiten von 34 Künstlern überwiegend der jüngeren Generation. shz.de zeigt Bilder aus der Ausstellung.

Ein Blick in den Mongolischen Pavillon: Vorne stehen Werke des Künstlers Sereete Dagvadorj, die Bilder stammen von Banzragch Orhontuul und Dugarsuren Bazorig.

Ein Blick in den Mongolischen Pavillon
Nordart
Ein Blick in den Mongolischen Pavillon

Zwei mongolische Kuratoren haben den Pavillon mitgestaltet. „Mit zwei großen Lastwagen kamen alle Kunstwerke aus der Mongolei, die 9000 Kilometer lange Fahrt von der Hauptstadt Ulan Bator nach Schleswig-Holstein dauerte nur zwölf Tage“, sagt Chefkurator Wolfgang Gramm. „Eine solche Übersichtsschau hat es in Europa noch nicht gegeben“.

Die „NordArt“, eine der großen internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, wird am Samstag (6. Juni) in Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in Anwesenheit des mongolischen Kulturministers Gantumur Luvsannyam eröffnet - im „Kunstwerk Carlshütte“, einer ehemaligen Eisengießerei mit mehreren Industriehallen und einem großen Skulpturenpark. Bis zum 4. Oktober werden insgesamt rund 1000 Kunstwerke von 250 Künstlern aus über 50 Ländern gezeigt. Beworben hatten sich 2950 Künstler aus 99 Ländern. Ko-Kuratorin Inga Aru rechnet mit mehr als 70.000 Besuchern und damit einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen.

Mit expressionistischer Ausdruckskraft berührt den Betrachter die aus Pferdehaaren und Lack gestaltete Porträt-Skulptur „Innovation“, die einen vor Leid oder Schmerz schreienden Menschenkopf zeigt. „Der Künstler Badral Boldyin hat selber ein schweres Schicksal, seine Eltern kamen bei einem Verkehrsunfall um“, sagt Ko-Kuratorin Inga Aru.

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dpa

Malerei, Grafiken und Zeichnungen, Skulpturen und Video-Kunst zeugen vom Facettenreichtum der mongolischen Gegenwartskunst. Ein einziger roter Faden lässt sich nicht erkennen, dafür sieht Aru aber drei Linien: Die Auseinandersetzung mit traditioneller mongolischer Malkunst, Sozialkritik zu Armut und Identitätsbrüchen durch die Moderne sowie das Ausprobieren moderner Stilrichtungen westlicher Kunst. „Dabei taucht das Eigenständige, das den Alltag des Nomadenvolkes geprägt hat, in der Symbolik immer wieder auf.“ Zum Beispiel bei der Installation "Stürmische Hufe" von Sereeter Dagvadorj.

NordArt 2015
NordArt

Die Mongolei rückt sich in diesem Jahr auf verschiedene Weise in Europa in den Fokus. Im März war sie Partner der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, und auf der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig ist sie erstmals mit einem eigenen Pavillon vertreten. Trotz der weiten Anreise haben einige Kunstwerke beeindruckende Ausmaße: „Der Mensch ist kein Überfluss“ von Ayuzana Ochirbold misst zum Beispiel fünf Meter.

„Der Mensch ist kein Überfluss“ von Ayuzana Ochirbold misst zum Beispiel fünf Meter.
„Der Mensch ist kein Überfluss“ von Ayuzana Ochirbold misst zum Beispiel fünf Meter.

Unter den 1000 Künstlern, die ihre Werke in Büdelsdorf ausstellen dürfen, sind auch viele Europäer. Dieses neunteilige, aus Stahl geschweißte Kunstwerk stammt von Ute Lehner und Hans Thurner aus Deutschland: „Die Erde ist keine vollkommene Kugel“.

Unter den 1000 Künstlern, die ihre Werke in Büdelsdorf ausstellen dürfen, sind auch viele Europäer. Dieses neunteilige, aus Stahl geschweißte Kunstwerk stammt von Ute Lehner und Hans Thurner aus Deutschland: „Die Erde ist keine vollkommene Kugel“.
NordArt
Unter den 1000 Künstlern, die ihre Werke in Büdelsdorf ausstellen dürfen, sind auch viele Europäer. Dieses neunteilige, aus Stahl geschweißte Kunstwerk stammt von Ute Lehner und Hans Thurner aus Deutschland: „Die Erde ist keine vollkommene Kugel“.

Wie weit ist es bis zum Himmel? Die Installation „Halfway to Heaven“ von Beate Schubert und Stefan Hulbe (Deutschland/Spanien) ist jedenfalls 7,5 Meter hoch.

Wie weit ist es bis zum Himmel? Die ist die Installation „Halfway to Heaven“ von Beate Schubert und Stefan Hulbe (Deutschland/Spanien) ist jedenfalls 7,5 Meter hoch.
NordArt
Wie weit ist es bis zum Himmel? Die ist die Installation „Halfway to Heaven“ von Beate Schubert und Stefan Hulbe (Deutschland/Spanien) ist jedenfalls 7,5 Meter hoch.
 

Auch Bilder der finnischen Künstlerin Maria Wolfram werden ausgestellt.

Auch Bilder der finnischen Künstlerin Maria Wolfram werden ausgestellt.
NordArt
Auch Bilder der finnischen Künstlerin Maria Wolfram werden ausgestellt.

Ein Kameramann filmt am Tag der Pressekonferenz das Kunstwerk „Black Lollipop and Elvis“ des estnischen Künstlers Laurentsius.

Ein Kameramann filmt am Tag der Pressekonferenz das Kunstwerk „Black Lollipop and Elvis“ es estnischen Künstlers Laurentsius.
dpa
Ein Kameramann filmt am Tag der Pressekonferenz das Kunstwerk „Black Lollipop and Elvis“ es estnischen Künstlers Laurentsius.

Und im Eingangsbereich empfängt den Besucher ein ekliges, ganz in Schwarz gestaltetes derbes „Festmahl“, ein Stahlkunstwerk des chinesischen Künstlers Shun LV. Die Schweine wirken bedrohlich, der Tisch ist mit Dosen und Müll übersät.

Und im Eingangsbereich empfängt den Besucher ein ekliges, ganz in Schwarz gestaltes derbes „Festmahl“, ein Stahlkunstwerk des chinesischen Künstlers Shun LV.
dpa
Und im Eingangsbereich empfängt den Besucher ein ekliges, ganz in Schwarz gestaltes derbes „Festmahl“, ein Stahlkunstwerk des chinesischen Künstlers Shun LV.
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