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Mit OMD zurück in die 1980er

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shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

HAMBURG | Selbst nach 35 Jahren im Musikgeschäft sind Orchestral Manoeuvres in the Dark, kurz OMD, bei ihren Auftritten mit Spaß bei der Sache.

Das weiß jeder, der die britische Synthie-Pop-Band schon mal live erlebt hat. Auch zum Auftakt ihrer Deutschlandtournee lässt sie sich im rappelvollen Hamburger Docks nicht lumpen. Den ohnehin mitreißenden Stücken verpasst sie bei ihrem 90-minütigen Konzert noch ordentlich Schub. Gemeinsam macht das Quartett das Beste aus seiner Erfahrung. Es verputzt seine eingängigen Melodien mit atmosphärischen Beats. Und dann erhebt sich die Ausnahme stimme von Sänger Andy McCluskey. Der 53-Jährige ist topfit, bestens gelaunt und sehr unterhaltsam. Gelegentlich streut er bei seinen Ansagen ein paar Brocken Deutsch ein, er fordert das jubelbereite Publikum zum Mitklatschen auf oder tänzelt inmitten einer Lichtshow mit wild rudernden Armen über die Bühne.

Dabei heißt es: zurück in die Vergangenheit. OMD beackern sämt liche Klassiker. Ob "Sailing on the Seven Seas", "Locomotion" oder "Enola gay" - nichts fehlt. Selbst die Nummern des aktuellen Albums "English electric" klingen fast unverschämt nach den 80ern. Den mit den Musikern gealterten Fans ist das nur recht. Sie wollen diese Dekade an diesem Abend wieder aufleben lassen. Am ehesten funktioniert das natürlich mit dem alten Nummer-eins-Hit "Maid of Orleans (The Waltz Joan of Arc)", für den es minutenlangen Applaus gibt. Das motiviert die Gruppe ungemein. Mal lässt sie mit explosiven Pophymnen unverhandelbaren Tanzdrang aufkommen, mal erzeugen Balladen eine intime Stimmung. Bei "Souvenir" und "Forever (live and die)" übernimmt Keyboarder Paul Humphreys den Gesang, sonst steht eindeutig McCluskey im Vordergrund. Er ist halt der geborene Frontmann: charismatisch, charmant, energiegeladen.

Neidisch sind seine Kollegen deswegen nicht. Im Gegenteil: Sie konzentrieren sich auf ihre Instrumente. Malcolm Holmes hämmert auf sein Schlagzeug ein, Humphreys und Martin Cooper widmen sich hingebungsvoll ihren Synthesizer. Ihr Wohl fühlsound bringt die Menge zum Mitsummen. Darum verlangt sie am Schluss nach mehr. Nur zu gern erfüllen OMD die Rufe nach Zugaben. Erst feuern sie zielsicher "Walking on the Milky Way" ab, dann den Kracher "Electricity". Damit endet schließlich ein großer Spaß.

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