CD-Tipp der Woche : Mainstream von Möchtegern-Berlinern

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Das österreichische Quartett Jerx hat eine Musiker-WG in Berlin

eröffnet. Nun will man mit Mainstream-Rockpop einen Erfolg landen.

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02. Oktober 2009, 04:39 Uhr

Jede Woche müssen diese vier jungen Männer ausknobeln, wer das Bad putzt. Oder haben sie schon eine Putzfrau? Wie auch immer, die Band Jerx lässt über ihre PR ausrichten, dass sie in einer Rock-WG in Berlin Wedding lebt. Man sieht sich als Reichshauptstadtbewohner, das ist auch unschwer auf dem CD-Cover zu erkennen, wo sich Brandenburger Tor und Fernsehturm finden.
Bei so viel Zaunpfahl und durchgängig englischen Lyrics fragt sich glatt, ob die Band ein Problem in ihrer Herkunft Österreich sieht. Dort jedenfalls haben Jerx schon ein paar Nachwuchs-Preise gewonnen und zu Filmen Musik beigesteuert. Über 300 Gigs in ganz Europa haben Jerx abgerissen.
Ach ja, apropos Musik, was machen Jerx eigentlich? Tja, am besten lässt sich der Stil als Radio tauglicher Rockpop beschreiben. Schrammel-Gitarre, treibende Drums, sauberer Gesang, der im Refrain gern mehrstimmig wird. Die Kompositionen sind durchweg ausgefeilt, niemals überraschend, immer schön nah dran am Herrchen Mainstream. Wuff.
Das zweite Album der Exil-Ösis namens "See U Soon" bietet ein gutes Dutzend Songs, die sich zum Teil sogar ganz gut voneinander unterscheiden lassen. Da kommt auch mal ein Piano bei einer flotten Ballade zum Einsatz, Song neun namens "Somebody" hat eine catchy Hookline und glatt das Zeug zur Rotation. "JERX sitzen auf einer Bombe und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie hochgeht" - so steht es im Begleitschreiben zur CD. An den Texten über Vor- und Nachteile des Musikerlebens und Heimweh kann es nicht liegen. Womit muss man also rechnen? Mit einem Bandsplit? Dieses Album kann in jedem Fall nur ein Schritt auf einem sehr weiten Weg sein.
Jerx - "See U Soon" (Maintheme Records/Soulfood)
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