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Lars Eidinger - Der Mann für den Wahnsinn

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Rellingen | Möchte man diesem Mann persönlich begegnen? "Tatort"-Zuschauern ist noch in bester - oder eher schlimmster - Erinnerung, wie Lars Eidinger einen Stalker spielt. Vor Augen hat man, wie er sehnsuchtsvoll die Zahnbürsten von ahnungslosen Frauen benutzt, um das Gefühl zu bekommen, seinem Objekt der Begierde nah zu sein. Unterhielt man sich nach diesem Fernsehabend mit Frauen, hörte man, dass einige anschließend zu einer neuen Zahnbürste gegriffen hätten.

Wer sich nicht abschrecken lässt, kann dem 37-jährigen Eidinger morgen während des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) in der Kirche von Rellingen begegnen. Dort rezitiert er Shakespeares "Hamlet". Dieser Klassiker ist dem Berliner Darsteller bestens vertraut. Die Rolle des dänischen Prinzen machte Eidinger 2008 zum Star der Theaterbühne. Wild-animalisch stellte er den Wahnsinn dar. Von Schlamm überzogen agierte er ohne Hemmungen und Peinlichkeitsgefühl. Die Bilder, wie er sich den ekligen Moder in den Mund steckt, gingen durch die Medien.

Eidinger wurde 1976 in Berlin geboren. Zwischen 1995 und 1999 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Mittlerweile schauspielert er nicht nur, sondern führt auch Regie und lehrt sein Fach als Dozent. Seit dem Erfolg als Hamlet entwickelt sich Eidinger zum Liebling der Filmemacher. Sein authentisches Schauspiel ist gern gesehen. Zuletzt fiel er wegen einer Rolle im "Polizeiruf 110" auf, als er eine transsexuelle Tänzerin mimte. Sein Können bleibt nicht unerkannt. Kürzlich haben ihn Tatort-Fans in einem Internet-Blog zum besten Darsteller der vergangenen Krimi-Saison gekürt. Für die Rolle im Kiel-Tatort "Borowski und der stille Gast", in der er als verklemmter Paketbote Kai Korthals als psychopathischer Stalker in Wohnungen seiner weiblichen Opfer schleicht.

In Rellingen tritt Eidinger dagegen ganz öffentlich auf - gemeinsam mit Anna Prohaska (Sopran) und Eric Schneider (Klavier). Und auch wenn derzeit kaum einer wie er Wahnsinn so leidenschaftlich und real spielt, dass einem angst und bange wird, kann man sich darauf freuen, Eidinger persönlich zu begegnen.

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