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Kiel : Kunstpreis des Landes für Günter Kunert und Maxine Kazis

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„Ein Meister des Wortes“ - so würdigt Ministerpräsident Torsten Albig den Schriftsteller Günter Kunert bei der Verleihung des Kunstpreises Schleswig-Holstein.

Kiel | Der Schriftsteller Günter Kunert ist am Donnerstag mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) überreichte dem 85-Jährigen in der Kieler Kunsthalle die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung. Den Förderpreis (5000 Euro) erhielt die Schauspielerin Maxine Kazis, die im Sommer in dem Kieler Musical „Romeo und Julia“ in der weiblichen Hauptrolle einen großen Erfolg feierte. Kunert sei einer der profiliertesten literarischen Köpfe der deutschen Gegenwartsliteratur und „ein Meister des Wortes“, würdigte Albig den Preisträger in seinem vorab verbreiteten Redemanuskript. Der aus Ost-Berlin stammende Autor lebt seit mehr als 30 Jahren im Kreis Steinburg und wohnt in einem ehemaligen Schulhaus in dem Dorf Kaisborstel.

Bis zu seinem Wechsel in die Bundesrepublik 1979 habe der gebürtige Berliner zu den meistgelesenen Autoren der DDR gezählt. „Mit ungezählten Lyrikbänden, Essays, Reisetagebüchern, Erzählungen, einem Roman, einer Autobiografie, zwei Dutzend Hörspielen, mehreren Drehbüchern und Unmengen an Betrachtungen und Reflexionen wurden Sie einer der produktivsten Dichter des 20. Jahrhunderts“, so Albig. Seine Erfahrungen als Gastprofessor für DDR-Literatur an der Universität Texas in Austin verarbeitete Kunert in dem Amerika-Report „Der andere Planet“ (1974), die Autobiografie „Erwachsenenspiele“ erschien 1997. Zum 85. Geburtstag brachte der Hanser-Verlag im Frühjahr den Band „Fortgesetztes Vermächtnis“ mit Gedichten seit der Jahrtausendwende heraus.

Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976 brach Kunert, in jungen Jahren überzeugter Sozialist, endgültig mit dem SED-Regime in der DDR. 1979 konnte er in den Westen übersiedeln. Kunert sei bis heute hoch engagiert und bleibe stets hartnäckig, sagte Albig und fügte hinzu: „Sie haben immer kritisch hinterfragt, poetisch Einspruch erhoben und wortgewandt gemahnt.“ Maxine Kazis, 1989 in Basel geboren, studierte in Hamburg Gesang, Schauspiel und Tanz. Mit Ihren herausragenden Fähigkeiten spiele Kazis heute schon Rollen, die üblicherweise nur mit deutlich älteren Schauspielerinnen besetzt würden, lobte Albig. „Kiel ist Ihr erstes festes Engagement. Darüber sind wir glücklich und auch ein wenig stolz.“ Der Förderpreis solle Ansporn und Unterstützung für die weitere Karriere sein. Der Kunstpreis des Landes wird seit 1950 alle zwei Jahre an Künstler verliehen, die in Schleswig-Holstein geboren sind, im Lande wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben. Zu den Preisträgern gehören Detlef Buck, Feridun Zaimoglu, Sabine Meyer, Klaus Florian Vogt und und Elsbeth Arlt. Der Ministerpräsident verleiht den Preis auf Vorschlag des Künstlerischen Beirats unter Vorsitz von Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW).

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erstellt am 30.Okt.2014 | 19:52 Uhr

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