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„Salon der Abgelehnten“ : Künstler protestieren gegen Gottorfer Landesschau

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Etliche Künstlerinnen und Künstler sind mit der Auswahl für die Landesschau in der Gottorfer Reithalle nicht einverstanden. Sie haben eine Protest-Ausstellung organisiert.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2013 | 20:24 Uhr

Schleswig | Die Hoffnungen waren groß. 201 Künstlerinnen und Künstler hatten insgesamt 454 Werke eingereicht – zur 60. Landesschau des Landesverbands Schleswig-Holstein des Bundes Bildender Künstler (BBK); sie ist noch bis zum 2. Februar in der Reithalle auf der Gottorfer Schlossinsel zu sehen. Doch von allen präsentierten Arbeiten fanden nur 132 Werke von 102 Künstlerinnen und Künstlern – darunter 27 Nicht-Mitglieder des BBK – Gnade vor den Augen der siebenköpfigen Jury. Und genau das sowie die Art der Auswahl hat etliche der ausjurierten BBK-Mitglieder ordentlich auf die Palme gebracht.

Hinter dem „Schaufenster der großen Kreativität“, wie Kulturministerin Anke Spoorendonk die Werkschau bezeichnete, gibt es ein Gezanke, das über das für Künstler typische Konkurrenzdenken hinausgeht. 36 der Künstler, deren Werke von der Jury nicht berücksichtigt wurden, präsentieren deshalb ihre Produkte unter dem Titel „Salon des Refusés“ in einer unjurierten Parallelausstellung in der Doris-Rüstig-Ladewig-Stiftung, Gallberg 30 (bis 22. Dezember) sowie im Galerierestaurant Kontraste, Haart 10 in Neumünster (bis 13. Januar 2014).

Das Plakat zum „Salon“ macht deutlich, in welcher Tradition die Ausstellungskuratoren Helmut R. Klein – für Schleswig – und Jürgen Baum – für Neumünster – ihren Protest sehen. Dort heißt es unter Bezug auf die ganz großen Namen der Kunstgeschichte: „Renoir, Monet, Manet und viele andere wurden auch zurückgewiesen.“

Doch was kritisieren die alternativen Künstler eigentlich genau an „ihrem“ BBK? Da soll es zum Beispiel einen „ästhetischen Konsens“ geben, „der zum Auslese-Instrument wird und sich der notwendigen Diskussion über Kunst an sich entzieht“.

Besonders im Fokus der Kritik: die Arbeit der Jury. Hier heißt es in einer Mitteilung der Doris-Rüstig-Ladewig-Stiftung: „Wir jurieren uns selber, d.h. die Juroren sind befangen, weil sie einige (gut) kennen und andere nicht.“ Entsprechend wünscht man sich „eine Neuordnung für die Jurierung der Landesschau“. Baum und Klein schlagen vor, dass sich einmal für die Landesschau angenommene Künstler „erst im übernächsten Jahr“ wieder bewerben können. So will man Resignation und Schwund unter den BBK-Mitgliedern entgegenwirken.

Die rührige Vorsitzende des Landesverbands, Deborah di Meglio, ist besonders über die Durchstecherei-Vorwürfe „verärgert“. Schließlich würden alle BBK-Mitglieder über die Zusammensetzung der Jury abstimmen – ein „Prozess, hinter dem ich total stehe“. Im übrigen sei sie selber in diesem Jahr ausjuriert worden.

Auch Thomas Gädeke, als stellvertretender Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in diesem Jahr Mitglied der Jury, kann den Vorwürfen der Zurückgewiesenen nichts abgewinnen. Die Namen der Bewerber seien der Jury nicht bekannt und eine automatische Aufnahme der Juroren in die Ausstellung sei „nicht der Fall“, die Jurierung insgesamt, betont der wettbewerbserfahrene Kunstkenner, sei „einwandfrei“.

Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass es unter etlichen BBK-Mitgliedern, und das nicht nur wegen angeblicher Übervorteilung, Unmut gibt. Die Änderungsvorschläge der BBK-Rebellen (zu denen auch die Besetzung der Jury mit Externen gehört) werden mit Interesse in der Mitgliedschaft aufgenommen. So meint zum Beispiel die Künstlerin Katharina Kleinfeld: „Alle Änderungsvorschläge finde ich prima!“ Und Birgit Rautenberg-Sturm schreibt an Helmut Klein: „Chapeaux! Das ist eine blendende Idee und echt überfällig.“

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