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„Nord Nord Mord“ : Körperteile am Sylter Strand: ZDF-Krimi „Clüvers Geheimnis“

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Auch der dritte „Nord Nord Mord“-Fall ist ein klassischer Ermittlerkrimi mit Insel-Flair, guten Darstellern und Humor-Einlagen.

Berlin | Am malerischen Sylter „Ellenbogen“ findet ein Hund einen abgetrennten Arm im Strandsand. Kurz darauf zieht ein Kutterfischer mit einem Netz voller Fische die dazu passende Männerleiche aus der Nordsee. Ein Fall für den erfahrenen Kommissar Clüver (Robert Atzorn) und seine Jungspunde Feldmann (Oliver Wnuk) und Behrendsen (Julia Brendler). Die Spuren führen das ungleiche Polizisten-Trio in ein exklusives Hotel in Keitum, auf dessen Parkplatz der Tote wohl zuvor von einem betrunkenen Russen gesehen worden war. Die attraktive Hotelbesitzerin (Josefine Preuß) scheint in Verbindung zu spektakulären Geschehnissen zu stehen.

Bis zur Lösung des durchaus verzwickten dritten „Nord Nord Mord“-Falls erlebt der Zuschauer mit „Clüvers Geheimnis“ am Montag um 20.15 Uhr im ZDF wieder einen klassischen Ermittler-Krimi, der dank flotter Dialoge auch das Komödiantische pflegt. Die Ferien-Trauminsel Sylt mit ihrer herrlichen Landschaft und teuren Immobilien spielt einmal mehr genauso eine Rolle wie die norddeutsche Gelassenheit der angeblich wortkargen Bewohner. Regie bei der Network-Movie-Produktion führt Anno Saul, für das Drehbuch zeichnen diesmal Stefan Cantz und Jan Hinter verantwortlich, die einen Ruf als Erfinder der amüsanten „Tatort“-Geschichten aus Münster genießen. Die lockere „Nord Nord Mord“-Reihe war 2011 gestartet, 2013 lief „Clüver und die fremde Frau“.

Nun also „Clüvers Geheimnis“, das sich übrigens am Schluss als nur harmlos-liebenswerte Pointe entpuppt. Mit dem kantigen Kommissar, der gerade auf Zeit von seiner Frau verlassen wurde, sich aber mit einer anderen, sehr jungen Dame tröstet, besucht man diesmal auch eine abgewrackte Strandhütte, in der ein tätowierter Langhaariger als Rest einer alten Surf-Clique haust. Schauplätze sind auch das mit Kunst und Designklassikern bestückte Heim eines staubtrockenen Anwalts sowie die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel in Hamburg. Und man schaut Inselbewohnern beim Kauen von Fischbrötchen zu. Die komplexe Story, die tief in die Vergangenheit führt und in der einer mehr mit dem anderen zu tun hat, als er zugibt, bleibt immer spannend.

Charmante, wenngleich manchmal überzogene Humor-Beigabe bilden die Frotzeleien zwischen Theo Clüver und seinem „Kindergarten“ - der friesisch-burschikosen Ina Behrendsen und dem streberhaften, dabei sympathisch-ungelenken Hinnerk Feldmann. In teils winzigen Rollen runden gediegene junge Theaterstars wie André Szymanski, Julia Nachtmann und Marie Leuenberger den so konventionellen wie gelungenen Krimispaß ab.

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erstellt am 05.Mär.2015 | 13:21 Uhr

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