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Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte : Kirsten Baumann: Die Neue auf Gottorf

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Kirsten Baumann ist die neue Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Mitte August zieht sie auf Schloss Gottorf ein. "Die Beschäftigung mit der Kunst hat mir gefehlt", sagt sie.

hamburg | Nach Till Brönner wird sie gehen. Das SHMF-Konzert des Trompeters am 17. August ist der letzte offizielle Termin von Kirsten Baumann im Hamburger Museum der Arbeit. Dann spielt die Musik woanders, ab dem 1. September ist Schloss Gottorf ihr neuer Arbeitsplatz. Kirsten Baumann ist die neue Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte und damit eine der spannendsten Personalien dieses Jahres in Schleswig-Holstein.
Viele Erwartungen sind mit der neuen Direktorin verbunden und wohl auch ein paar Ängste. Grund für diese angespannte Erwartungshaltung ist der überraschende Abgang ihres Vorgängers Jürgen Fitschen nach nicht einmal der Hälfte der Vertragszeit. Seine Ernennung wird mittlerweile als Fehlgriff gewertet, die neueWahl muss sitzen.

Vorbereitung auf Gottorf "auf dem Sofa"

Kirsten Baumann will über ihren Vorgänger nicht viele Worte verlieren. "Ich kenne Herrn Fitschen nicht persönlich und habe auch nicht mit ihm telefoniert", sagt sie.
Warum soll sie sich auch mit der Vergangenheit des Landesmuseums beschäftigen, wenn sie für die Zukunft zuständig ist? Seit bekannt wurde, dass Kirsten Baumann Direktorin auf Gottorf wird, ist der neue Job in ihrem Umfeld und in der Öffentlichkeit Thema. Und natürlich hat sie sich auch schon mit dem Landesmuseum beschäftigt: "Nach der Arbeit auf dem Sofa, ich habe viele Bücher über Gottorf zu Hause liegen." Noch aber, das macht sie deutlich, ist das Museum der Arbeit ihr Arbeitsplatz, noch gibt es hier genug zu tun. Einiges davon hört man bis in ihr helles Büro im zweiten Stock des Verwaltungsgebäudes - der Museumshof wird großflächig restauriert, der Lärm von Baumaschinen erfüllt das Museumsgelände. Das passt zwar zum Museum der Arbeit, geht aber auf Dauer an die Nerven.

Bedeutung der regionalen Kunst

Baulärm wird sie mittelfristig auch auf Schloss Gottorf aushalten müssen, dort sollen Gebäude und Dauerausstellung umgestaltet werden. "Der Ideenwettbewerb für das neue Landesmuseum war fantastisch, er war einer der Hauptgründe, warum ich zugesagt habe", sagt Baumann. Sie wird ab September auch ihre eigenen Ideen für die Umgestaltung von Schloss und Sammlung einbringen: "Bei der Dauerausstellung müsste überlegt werden, ob weniger nicht mehr ist. Dort muss sortiert und für den Rundgang eine klare, nachvollziehbare Linie gefunden werden."
Dann überlegt sie kurz, ob sie zuviel gesagt hat. Noch ist sie ja gar nicht da. "Aber niemand kommt mit fertigen Ideen in ein neues Haus." Nur ein paar Grundsätze, die sie mit ihren Mitarbeitern diskutieren will, die wird sie schon mitbringen. Da wäre zum Beispiel der Blick über die Landes- und Bundesgrenzen: "Es wäre naheliegend, sich im Ausstellungsbereich auch in den Ostseeraum zu orientieren", sagt sie. Im nächsten Satz betont sie auch die Bedeutung der regionalen Kunst für ein Landesmuseum. Die Ausstellung der Norddeutschen Realisten etwa hat sie sich bereits angeschaut: "Eine tolle Schau."

"Kunst hat in Hamburg gefehlt"

Die Kunst, das ist ohnehin ihr Thema. Baumann hat unter anderem zwölf Jahre in der Stiftung Bauhaus Dessau gearbeitet, war stellvertretende Direktorin und hat die Dauerausstellung betreut. "Die Beschäftigung mit der Kunst hat mir in Hamburg gefehlt."
Was ihr nicht gefehlt hat, war der Ärger mit einem Stiftungskonstrukt. Kirsten Baumann trat Ende 2011 als Vorsitzende der Stiftung Historische Museen Hamburg zurück, weil die SPD-Regierung ihrem Konzept zur Entwicklung der Stiftung nicht folgen wollte. "Das Funktionieren von Stiftungen hängt von den handelnden Personen ab. Bei Claus von Carnap-Bornheim habe ich ein gutes Gefühl, wir sind auf einer Wellenlänge." Carnap-Bornheim ist Direktor des archäologischen Landesmuseums auf Gottorf - und als Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Baumanns Vorgesetzter. Das, versichert Baumann, sei für sie kein Thema. "Wir alle wollen die Stiftung voranbringen."
Aber jetzt gilt noch Hamburg, das Museum der Arbeit. Der nächste Termin wartet. Schleswig und Gottorf zählen erst wieder, wenn Till Brönners letzte Konzerttöne verklungen sind.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 11:08 Uhr

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