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Wikingerstätten in SH : Kein Welterbe 2015 – SH muss Antrag für Haithabu nachbessern

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Mit dem Unesco-Welterbetitel für die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk wird es 2015 nichts. Der Antrag konnte das Welterbekomitee inhaltlich nicht überzeugen.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Schleswig | Die Hoffnung auf den Unesco-Welterbetitel für die Wikingerstätte Haithabu noch in diesem Sommer ist erst einmal geplatzt. Schleswig-Holstein muss den Antrag auf Anerkennung des historischen Befestigungswalls Danewerk und Haithabu als Welterbe nachbessern. „Wir haben noch bis Ende des Monats Zeit, unseren Antrag zu überarbeiten. Diese Zeit wollen wir nutzen“, sagte Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) am Freitag in Kiel.

Für Schleswig-Holstein hatte der Leiter des Archäologischen Landesamtes, Claus von Carnap-Bornheim, vor gut einem Jahr die 1400 Seiten starke Dokumentation übergeben. Experten des Welterbekomitees haben Schwächen des Antrags moniert.

Eine Entscheidung über den begehrten Welterbe-Status war eigentlich im Sommer erwartet worden - bei der 39. Sitzung des Welterbekomitees, das in Bonn vom 28. Juni bis 8. Juli zusammenkommt. Vorsitzende ist die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer. Wegen der Nachbesserung des Antrags ist mit einer Entscheidung jetzt erst nächstes Jahr zu rechnen.

Das Danewerk, ein frühmittelalterlicher Befestigungswall, gilt als größtes Bodendenkmal Nordeuropas. Die Wikingerstadt Haithabu bei Schleswig war vom 9. bis 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten Handelszentren Nordeuropas.

Diese beiden Stätten sind Teil eines internationalen Welterbe-Projekts. Fünf Länder aus Skandinavien, dem Nordatlantik und dem Baltikum arbeiten seit 2008 daran, aus ihren Wikingerstätten ein gemeinsames Unesco-Welterbe zu schaffen. Seit 2013 heißt das transnationale Projekt „Wikingerzeitliche Stätten in Nordeuropa“. Die Denkmale Jelling in Dänemark und Thingvellir in Island sind bereits auf der Welterbeliste.

Neben den nun verschobenen Wikingerstätten liegen zwei deutsche Welterbe-Nominierungen zur Entscheidung vor. Das Kontorhausviertel mit Chile-Haus und Speicherstadt in Hamburg sowie der Naumburger Dom und die ihn umgebende hochmittelalterliche Landschaft.

Kurz vor Weihnachten bekam das Wikinger-Welterbeprojekt einen Brief von ICOMOS, den Fachprüfern des Welterbeantrags, aus Paris. Bei einem Gespräch mit den Antragstellern in Kopenhagen wurden nach Angaben des Landesamts für Archäologie in Schleswig „gewisse Bedenken gegenüber dem Antrag in der jetzigen Form“ geäußert.

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