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Kalkberg Open Air 2016 : Bad Segeberg: Jürgen Drews ist der König vom Kalkberg

vom
Aus der Onlineredaktion

8000 Schlagerfans waren begeistert. Sie feierten in Bad Segeberg eine rauschende Party mit Drews, Costa Cordalis, Ireen Sheer und anderen Showgrößen.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 18:05 Uhr

Bad Segeberg | Das ist wahrlich nicht sein Abend. Und irgendwie ahnt er das auch, denn der Konzertveranstalter hat den „König von Mallorca“ als Glanzpunkt am Ende der vierstündigen Schlagernacht „Kalkberg 2015“ eingeplant – mit seinem „Kornfeld“-Hit soll er die 8000 Besucher ins Bett schunkeln.

Aber Jürgen Drews ist ungern Schlusslicht. „Ich darf nicht alles singen, wir haben keine Zeit, ich bin heute leider der letzte“, ruft er seinen tosenden Fans zu. Doch die wollen das gar nicht hören, leuchten mit Taschenlampen, lassen ihre Fotohandys blitzen – Partylaune pur.

„Das ist einfach immer wieder toll hier“, schwärmt Sylvia Klitzing (53), die mit ihren Arbeitskollegen einer Pumpenfabrik aus Wahlstedt (Kreis Segeberg) nicht eine der bislang 21 Schlagernächte am Kalkberg verpasst hat. Kollegin Frauke Schacht (45) ergänzt: „Jung und alt feiern hier zusammen – das ist das Wichtigste.“ Es klingt so, als wenn es ihnen egal ist, wer gerade auf der Bühne für Partymusik sorgt.

Achim Petry tritt in die Fußstapfen seines Vaters „Wolle“

Den Anfang macht Andreas Ellermann, der es versteht, eine Party in Schwung zu bringen: „Und jetzt küssen wir uns alle.“ Das Eis ist gebrochen, das Mikrofon wechselt zu Patricia, Tochter von Haudegen Gunter Gabriel. Dann hat Björn Landberg, ein neuer Name in der Welt des Schlagers, mit „Ich hol dich hier raus“ sein Debüt am Kalkberg – und erobert mit sanften Tönen die Herzen der Damen.

Rockig, wild – plötzlich ist sie da, die „Wahnsinns“-Stimmung. Achim Petry, Sohn des legendären Wolfgang Petry, hat gar keine andere Wahl, muss auch „Wahnsinn“, den großen Hit seines Vaters, singen. Doch der Junge kann es auch allein, hat seinen ganz eigenen Stil, der Tanz auf und vor der Bühne beginnt.

„Und heute Abend hab ich Kopfweh“ – die Sonne verschwindet langsam hinterm Winnetou-Felsen, als Ireen Sheer (66) sich nach sechsjähriger Pause mit ihrem großem Hit am Kalkberg zurück meldete, umjubelt vom Publikum. Nicht weniger Klasse bietet Chris Andrews (72), der seine Lieder „Yesterday Man“ und „Pretty Belinda“ noch immer mit kräftiger Stimme singt.

„Uns gefällt die alte Musik, denn wir gehen ja nicht mehr zu einer Discoparty“, sagt lachend Wolfgang Kloß (69) aus Sterup (Kreis Schleswig-Flensburg) und fügt hinzu: „Super Stimmung, wir kommen schon seit sieben Jahren. Am Anfang waren wir sechs Leute, heute sind wir schon 19.“

Jürgen Drews: Wollhandschuhe statt Unterwäsche fliegt auf die Bühne

Die Herzen der Fans schlagen noch höher als Costa Cordalis gemeinsam mit seinem Sohn „Viva la Noche“ singt und mit „Griechischer Wein“ an Udo Jürgens erinnert – schöner kann der Abend kaum noch werden.

Doch da steht ja noch „Onkel Jürgen“ hinter der Bühne, soll die Show vollenden. Mit sechs Songs in 30 Minuten. Kaum hat Christian Schröder ihn anmoderiert, springt Drews auch schon vors Mikro, winkt die Ordner zur Seite, damit die Fans sich an die Bühne drängeln können. 70 ist Jürgen geworden, steht auch groß auf seinem bunten T-Shirt. Seine Lebensbilanz steckt in seinem neuen Album „Es war alles am Besten“. Aber nicht an diesem Abend.

Kälte zieht in die Arena, kein Mallorca-Klima. Plötzlich fliegen Wollhandschuhe auf die Bühne – alles könnte gut werden. Wenn da nicht die verflixte Technik wäre, auf einmal nichts mehr zu hören ist. Wütend wirft „Onkel Jürgen“ das Mikro weg, holt es dann aber zurück, singt: „Ich bau’ dir ein Schloss“. Jetzt ist er endgültig der „König vom Kalkberg“.

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