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Jazzbaltica für fünf Jahre gesichert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gemeinde Timmendorfer Strand finanziert Festival jährlich mit 75 000 Euro und stellt Spielort zur Verfügung

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 06:52 Uhr

In Zeiten schrumpfender Finanztöpfe bürstet die Gemeinde Timmendorfer Strand den politischen Mainstream gegen den Strich: Mit ihren Unterschriften sicherten Bürgermeisterin Hatice Kara und Tourismus-Chef Joachim Nitz gestern im Lübecker SHMF-Hauptquartier Palais Rantzau der JazzBaltica Unterstützung für fünf weitere Jahre zu.

Neben dem Gelände der Evers-Werft als JazzBaltica-Spielort und 75 000 Euro finanzieller Zuwendung jährlich beteiligt sich die Gemeinde an Kartenvorverkäufen und Werbung und stellt den Campingplatz für Festivalbesucher bereit. Entsprechend heiter war die Stimmung beim SHMF-Vertragspartner. Als Gewinner fühlen sich aber auch die Vertreter aus Timmendorfer Strand.

Seit zwei Jahren spielt die Jazz-Musik im Niendorfer Hafen. Bürgermeisterin Kara bilanziert klipp und klar: „Die Veranstaltung hat sich etabliert, sie wird von Bürgern und Gästen sehr gut angenommen. Somit war es unser Auftrag, über eine längerfristige Zusammenarbeit nachzudenken.“ Der weitere politische Weg war beinahe ein Selbstgänger: In den Gremien sei dieser Tagesordnungspunkt am kürzesten und mit großer Einstimmigkeit beraten worden.

„Hurra!“ – der Kommentar des künstlerischen JazzBaltica-Leiters Nils Landgren ist ebenfalls kurz, bündig und fröhlich. Er fühle sich in der Umgebung außerordentlich wohl. „Die Entwicklung zeigt, dass wir mit Timmendorfer Strand die richtige Entscheidung getroffen haben.“ Und SHMF-Intendant Christian Kuhnt analysiert: „Ein Jazz-Festival direkt am Meer ist einzigartig. Denn natürlich befinden wir uns mit anderen Festivals im Wettbewerb, und da ist eben auch der Standort entscheidend.“

Was die Ostseegemeinde bewogen hat, sich um die JazzBaltica zu bemühen, fasst Joachim Nitz, Geschäftsführer der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH, zusammen: „Die JazzBaltica ist ein Aushängeschild für die gesamte Gemeinde. Das Festival bedeutet für uns eine Image-Aufwertung, deren Wert weit über die 75 000 Euro jährlich hinausgeht.“

Für die Vertragspartner ergibt sich damit eine klassische Win-Win-Situation. Die JazzBaltica, 2011 von den Plänen der Landesregierung auf Gut Salzau vor die Tür gesetzt, hat an der Ostsee gehörig Fahrt aufgenommen. Rund 9000 Besucher kamen 2013 und sorgten für eine Auslastung von 90 Prozent. Ein bisschen Luft nach oben sei noch vorhanden, sagt der stellvertretende SHMF-Intendant Burkhard Stein. In Salzau hatten sich durchschnittlich 6000 Gäste eingefunden.

Das JazzBaltica-Programm für 2014 kündigt Kuhnt für den März an – zusammen mit genauen Zahlen zum Gesamtetat, den er auf etwa 400 000 Euro schätzt. „Mit unserem Vertrag haben wir jetzt die Grundlage, auf der wir planen können.“

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