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Im Chor mit dem Publikum

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Erich Whitacres Chorkonzept überzeugt in Neumünster / Erinnerungen an die singende Revolution im Baltikum

neumünster | "Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder" - dieses berühmte Zitat des deutschen Dichters und Schriftstellers Johann Gottfried Seume (1763 bis 1810) schien für das musikalisch hell leuchtende Chorfeuerwerk am Sonnabend in der Neumünsteraner Holstenhalle wie gemacht zu sein. Unter der Ägide von Eric Whitacre verwandelten sechs namhafte internationale Chöre mit ihrer Kunst den weitläufigen Mehrzweckbau in einen Konzertsaal der Extraklasse.

Dass ein einzelner Chor dem "Popstar" der internationalen Chorszene musikalisch nicht genügen kann, bewies der erfolgreiche US-amerikanische Komponist und Dirigent Whitacre, der unter anderem mit Hans Zimmer für den Soundtrack des Kassenschlagers "Fluch der Karibik" verantwortlich zeichnete, schon mit seinem vorausgegangenen Projekt der virtuellen Chöre, deren Chorgemeinschaft sich per Internet organisiert.

Im Neumünster aber war alles analog: Neben dem Kammerchor "Collegium Musicale" und dem "Estonian TV Girls Choir", die durch ihre baltische Herkunft bei dem diesjährigen Länderschwerpunkt des Festivals ganz besonders im Fokus standen, konnte das begeisterte Publikum auch den "Schleswig-Holstein Festival Chor Lübeck", die "Chorknaben Uetersen", das "Ensemble Elmshorn" und den Kammerchor "I Vocalisti" in musikalischer Höchstform erleben. Doch Whitacre wäre nicht Whitacre, wenn nicht auch das Publikum in das musikalische Erlebnis dieses Abends eingebunden worden wäre. Ganz im Sinne des Konzertmottos "Songs of Change", das an die singende Revolution des Baltikums gegen das sowjetische Regime und die damit einhergehende kulturelle Fremdbestimmung erinnerte, brachte Whitacre mit einer guten Prise Humor und Verve das gesamte Auditorium in konzeptueller Anlehnung an die tief verwurzelte baltische Idee vom gemeinsamen Musizieren zum Singen.

Auf dem Programm des Abends standen dabei romantische Werke von Giuseppe Verdi, dem zeitgenössischen estnischen Komponisten Urmas Sisask sowie Eigenkompositionen Whitacres, der seinen Master in Komposition an der international bedeutenden Kaderschmiede, der Juilliard School of Music in New York City absolvierte. Ein buntes und abwechslungsreiches Programm, welches das Publikum mit großem Beifall bedachte - und dabei auch sich selbst für den erfahrungsreichen Konzertabend danken konnte.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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