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Gitte Haenning: "Was ihr wollt" : "Ich bin doch nicht Nena!"

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Gitte Haennings neues Album "Was ihr wollt" klingt sehr heutig und kommt ohne peinliche Neuinterpretationen aus.

"Ich bin doch nicht Nena!" Das war Gitte Haennings erster Gedanke, als ihre Plattenfirma und ihr Agent ihr vorschlugen, ihre alten Hits ein wenig zeitgemäßer zu machen. Ein berechtigter Einwand. Mit den Modernisierungsversuchen ihres Liedguts haben sich schon einige Musiker keinen Gefallen getan.
Umso erstaunlicher, dass das Album "Was ihr wollt" ohne langweilige oder gar peinliche Neuinterpretationen auskommt. Mehr als gelungen ist die waschechte Countryversion von "Ich will nen Cowboy als Mann". Paukenschläge durchzucken "Die Frau, die dich liebt". Bei "Freu dich bloß nicht zu früh" schwebt die überraschend jung gebliebene Stimme der 64-Jährigen zwischen üppigen und zugleich detailvernarrten Arrangements. Der Bass pulst bei "Ich will alles", aus der Tiefe der Akkordschluchten steigen manchmal Streicher auf. Alles hier hat Groove und Glätte, Moll dominiert. Die Rundumüberholung der Stücke hebt sie vom Schlager- ins Popfach. Sie klingen sehr heutig, ohne Gittes bisherigen Stil komplett über Bord zu werfen. Die vier neuen Songs fügen sich da nahtlos ein. "Salz in der Luft" lässt das Piano perlen - mit einer Prise Chanson. Diese Nummer wirkt unheimlich intim. Nicht zuletzt dank des persönlichen Textes, den Maya Singh für die Dänin maßgeschneidert hat.
Die eigentlichen Geheimwaffen der Sängerin sind aber Charme, Witz und Selbstironie. Sie nimmt sich nicht zu ernst, aber ihre Musik ist ernsthaft gut. Gitte Haennings CD "Was ihr wollt" ist bei Polydor/Universal erschienen.

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erstellt am 20.Nov.2010 | 05:01 Uhr

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