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Hymnen für die Stiller-Chöre

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shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg | Gut, an der Live-Version des Stücks "Lederjacke" von ihrem jüngsten Album "New York, Rio, Rosenheim" müssten die Sportfreunde Stiller noch ein bisschen feilen. Auch der Sound ist bei ihrem ausverkauften Konzert in der Hamburger Großen Freiheit nicht immer perfekt. Dafür schaffen es die drei Bayern auch nach 17 Jahren im Musikgeschäft, die Masse gehörig zum Brodeln zu bringen. Das gelingt ihnen nicht, weil sie so unglaublich professionell sind, sondern weil sie für das, was sie tun, wirklich brennen. Und selbstverständlich jede Menge Humor haben. Flotte Sprüche, gegenseitiges Necken - das gehört ebenso zu ihren Shows wie ihr Hit "Ein Kompliment" oder das eher getragene "Siehst du das genauso?". Los geht es an diesem Abend allerdings mit einem neuen Lied: "Hymne auf dich". Weil es ein Spaß für Freunde guter Sprachakrobatik ist, gehen im Publikum gleich alle Hände in die Luft. Die Mitgröl-Hymne "Ich, Roque" bringt die Leute in Feierlaune, bei den gefühlvolleren Gänsehautnummern singen sie einfach den Refrain mit.

Da wollen die Sportis, wie ihre Fans sie liebevoll nennen, natürlich auch nicht zurückstecken. Sie legen eine ungetrübte Spielfreude an den Tag. Ob Brachiales oder Liebeslieder - die bestens aufgelegte Band beherrscht beide Disziplinen. Mit "Applaus, Applaus" trifft sie mitten ins Herz, ihren Fußball-WM-Knaller "54, 74, 90, 2010" spielt sie wenigstens mal kurz an. Die Jungs laufen zu immer größerer Form auf. Sänger Peter Brugger und Gitarrist Rüdiger "Rüde" Linhof lassen es sich nicht nehmen, von den Verstärker-Türmen zu springen. Währenddessen drischt Florian "Flo" Weber auf sein Schlagzeug ein. Bis er mit Brugger die Rollen tauscht. Bei "Es muss was Wunderbares sein (von mir geliebt zu werden)" darf Weber für ein paar Minuten den Frontmann geben, während Brugger die Drums bearbeitet. Da bleibt garantiert kein Auge trocken.

Kein Wunder, dass die Masse immer mehr Zugaben einfordert. Dreimal kommt das Trio zurück auf die Bühne. Brugger begeistert mit Stagediving. Auf den Händen seiner Anhänger lässt er sich durch den Saal tragen, er klettert schließlich sogar auf die Empore und springt abermals in die tobende Meute. So könnte es ewig weitergehen. Doch nach dem erstaunlich elektronischen "Lets did it!" ist nach gut zwei Stunden endgültig Schluss.

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