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„Das Strunk-Prinzip“ : Heinz Strunk und das Humor-Gefälle

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Hamburger Entertainer und Autor Heinz Strunk geht mit seiner neuen Bühnenshow auf Tour: „Das Strunk-Prinzip“ bewegt sich in den gewohnten Gefilden zwischen Satire und Nonsens.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 07:04 Uhr

Hamburg | Das Strunk-Prinzip, was ist das eigentlich? „Eine Glücksformel“, verspricht das Buchcover. „Alles Quatsch“, sagt Heinz Strunk, der Autor.

Strunk sitzt in seiner Hamburger Wohnung, Jeans-Hemd, Jeans-Hose, Goldschmuck und spricht über seine neue Bühnenshow. Morgen geht es los, in Flensburg ist der Auftakt seiner Tour, die ihn durch ganz Deutschland und nach Österreich bringen wird.

Er wird vom Strunk-Prinzip erzählen, das Ende des vergangenen Jahres als Buch erschienen, aber eigentlich schon viel älter ist. Die Texte sind von 2012 bis 2014 in der Titanic erschienen, kürzer natürlich – „als Fingerübungen“, sagt Strunk. In seinem Sachbuch („Ohne unnötige Fremdwörter“) erklärt er nahezu alle Lebensbereiche: Kinder, Alter, Wohnen, Sexualität, Kultur zum Beispiel. Oder Literatur, gern auch die eigene: „Heinz Strunk – dieser aristokratisch anmutende Name steht für High Definition Literature, Impressionen von hoher Auflösung, Erlösungsgeflüster.“ Das ist natürlich nicht ernst gemeint, zumindest nicht alles. „Die intellektuelle Leistung besteht darin, die Wahrheiten in den Texten zu finden“, sagt Strunk.

Das also ist das Strunk-Prinzip: Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Sinn und Unsinn werden aufgehoben. Das ist oft komisch, ohne dass es peinlich wird. Zwischen Nonsens und Hintersinn liegen viele Möglichkeiten.

So wie bei der Band Fraktus, den vermeintlichen Pionieren der Techno-Musik, die eine reine Erfindung von Strunk und seinen Studio Braun-Kumpels Rocko Schamoni und Jacques Palminger ist. Bei Fraktus ist alles nur schöner Schein – und wer wollte ernsthaft behaupten, das passe nicht zum echten Musikbusiness?

Das Strunk-Prinzip beginnt schon beim Namen: Heinz Strunk heißt eigentlich Mathias Halfpape, auf dem Klingelschild der Wohnung in Hamburg St.Pauli stehen beide Namen. Halfpape hat früher Tanzmusik gespielt, auf Dorffesten und Hochzeiten. Als Saxofonist der Kapelle „Tiffanys“ ist er jahrelang über die Dörfer der norddeutschen Tiefebene gezogen, ein trostloses Dasein für einen ambitionierten Musiker. Strunk hat Halfpapes Erinnerungen aufgeschrieben, der autobiografische Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ war ein Bestseller. Strunk wurde bekannt, „nicht auf Mario-Barth-Niveau, aber trotzdem gut“, sagt er. Eigentlich ist er weit über Mario-Barth-Niveau, da kommen zwar nicht mehr ganz so viele Menschen mit wie beim Zoten-Berliner, aber das ist nicht weiter schlimm: „Aber die, die kommen, wissen, was sie erwartet.“

Das sind bei der neuen Bühnenshow Auszüge aus dem Strunk-Prinzip, außerdem noch Musik von der neuen CD „Sie nannten ihn Dreirad“, die vor ein paar Tagen erschienen ist. „Weniger kommerziell geht es kaum“, sagt Strunk über die zwölf Lieder, und er hat Recht. Sprechgesang und Synthesizer mit Querflöteneinlagen – das kommt alles reichlich schräg daher. In den Texten arbeitet er sich an Dicken, Dackeln und Fernsehköchen ab, mit dem typischen Heinz-Strunk-Lispeln. Insofern passen Sachbuch und CD zueinander, aber wie wirkt das auf der Bühne? „Ich improvisiere, mache freie Ansagen, zeige außerdem noch Bilder. Das funktioniert“, sagt Strunk. Ist ja nicht das erste Mal, dass er mit einem neuen Programm durch die Lande zieht. Dabei kann es sein, dass die Besucher morgen in Flensburg etwas anderes sehen als die übermorgen in Lüneburg. „Wenn an einer Stelle nicht gelacht wird, ändere ich die“, sagt Strunk. Die ersten Auftritte sind also eine Art Humorprobe. In Flensburg und in Lüneburg, in Kiel, Bremen und Lübeck.

Erst später bricht er in Richtung Süden auf, entlang des von ihm selbst beschriebenen Humor-Gefälles von Nord nach Süd. „Da unten schnallen sie die Gags nicht“, sagt Strunk. Die Menschen kommen trotzdem, wenn auch nicht so viele wie im Norden. „Es sind weniger, dafür kommen die Richtigen.“ Auch das ist Teil des Strunk-Prinzips.

Termine: Mittwoch, 20 Uhr, Flensburg (Max); 12. Februar, Lübeck (Filmhaus); 16. Februar, Kiel, (Metro Kino, ausverkauft); 23. und 24. März sowie 1. April, Hamburg (Fabrik);18. Mai, Kiel (Metro Kino).
 

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